Vier Wege, die sich einen

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Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Ulfúr am So 27 Aug 2017 - 18:19

Vor einigen Götterläufen geschah es, dass ein Mann namens Hannes Himmelsbach, ein Mann der sich nur als Jorge vorstellte, ein Mann namens Bogumil Wenzelaus und eine Frau namens Salome Reuss sich trafen. Das war erstaunlich, schließlich hatten sie alle ihr eigenes Ziel und die Gegend in der sie unterwegs waren war nicht gerade dicht besiedelt. Dass ihre Wege sich kreuzten schien also mehr ein Wink des Schicksals zu sein als schierer Zufall.

Bei einer wunderschönen Mühle hatten sie sich getroffen, waren weitergereist, hatten eine Höhle erkundet und im Fluss gebadet, bevor sie auf einer Wanderhütte ihr erstes Nachtlager aufschlugen. Die Stimmung war ausgelassen und auch, wenn Bogumil und Salome laut eigener Aussage bisher kaum weit zu Fuß gereist waren kamen sie schnell voran.

Der nächste Morgen barg allerdings eine Überraschung.
Als sie ihr Lager abgebrochen hatten und sich wieder auf den Weg machten fand Hannes einen Aushang an einem Baum.
Dort stand, dass ein Mann namens "Torben Mollenhauer" von den Zwergen gesucht würde. Erkennbar wäre dieser an einem weißen Fleck im Haar an der Hinterseite des Kopfes. Er hätte Siegel geklaut und wäre eine Gefahr für Leib und Leben. Ganze 500 Kupfer Kopfgeld waren auf ihn ausgesetzt.

Hannes hielt es vorerst geheim, wenn auch nicht lange. Nach einer schönen Pause am Fluss reichte er Salome und Bogumil den Brief, sagte aber vorher noch Jorge Bescheid, dass er sich besser eine gute Erklärung zurechtlegen sollte, da er diesen Schrieb nicht auf ewig vor den zwei Mitreisenden geheim halten konnte.

Bogumil und Salome ließen sich allerdings nichts anmerken - bis sie abends bei einer hölzernen Brücke direkt am Fluss ihr Lager errichteten. Dort konfrontierten sie Jorge mit dem Inhalt des Briefes. Nach einer längeren Diskussion und dem Austausch einiger sicherlich polarisierender Meinungen begaben sie sich alle zu Bett.

Die Reise führte sie am nächsten Tag in ein entlegenes Dorf, wo sie in einem Wirtshaus einkehrten und danach wieder auf die ursprüngliche Route zurückkehrten. Am Abend kamen sie bei einer weiteren Wanderhütte an, wo sie ihr Nachtlager errichten wollten.


Hannes begann wieder Holz zu hacken für das Feuer, über dem sie ihr Abendessen zubereiten wollten.
Danach wollte er sich wieder im Fluss waschen, wobei sich ihm die Anderen anschließen wollten.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Jorge Bronzestobere am So 27 Aug 2017 - 19:41

Während des gesamten vergangenen Tages hatte Jorge kaum etwas gesagt. Völlig in Gedanken versunken über das Gespräch des letzten Tages legten sich zunehmend Sorgen über seine Seele. Seine Begleiter wussten nun über sein Geheimnis Bescheid und auch wenn das Gespräch nicht so eskaliert ist wie Jorge Anfangs Befürchtete, so wurde ihm schon sehr deutlich gemacht, dass seine Begleiter arg Verstört und teilweise auch entsetzt über das waren, was sie von ihrem Weggefährten hörten. Einzig Hannes hielt etwas zu ihm. Möchte dieses auch nur dem Umstand geschuldet sein, dass sich die beiden schon Jahre zuvor sehr intensiv kennengelernt hatten, so war es dennoch für Jorge der einzige Anker, der ihn in der Gruppe hielt.
Dieser Fremde namens Bogomil reagierte jedoch alles andere als verständnisvoll auf Jorges Situation.
Jorges Situation schien zunehmend verzwickt. Solange er noch in den Ausläufern der Berge unterwegs war konnte er es sich nicht leisten alleine zu reisen, Zu nah wahren ihm seine Verfolger auf den Fersen. Doch auch das reisen in der Gruppe war nun sehr belastend.
Diese Salome reiste zwar immer noch mit ihnen, obwohl sie sagte sie würde es sich ernsthaft überlegen, aber es schien nicht so, als sei sie zu einem Abschließenden Ergebnis gekommen.
An der Hütte angekommen ließ Jorge erst seine Kiepe und dann sich selbst in das Gras Gleiten. Seine Schultern krampften, und seine Knie waren butterweich. Ihm war einfach nur noch zum Weinen zumute. Doch das würde auch nichts bringen und so legte er sich einfach etwas zurück, schloss die Augen, und wehrte sich nicht länger gegen die Flut aus Gedanken die auf ihn einprasselten.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Ulfúr am So 27 Aug 2017 - 20:50

Der Sohn eines Kaufmannes dachte nicht viel nach.
Vielleicht hatte er auch deswegen entschlossen Holz zu hacken... das war wunderbar um den Kopf frei zu bekommen.

Jorge hatte sie getäuscht. Zumindest hatte er ihnen nicht die ganze Wahrheit gesagt.
Hannes machte sich nicht besonders viel daraus, er war sich sicher, dass sein Begleiter einen guten Grund hatte aus den Stollen der Zwerge zu verschwinden und er glaubte ihm die Geschichte.
Hinzu kam, dass er den Burschen einfach irgendwie mochte. Seine mal humorvolle und mal nachdenkliche Art mit der er durch den Tag ging sagte Hannes irgendwie zu und sorgte oft dafür, dass die Stimmen in seinem Kopf ihn nicht allzu sehr plagten.

Jetzt allerdings pochten sie wieder an die Tür seines sowieso strapazierten Geistes.
So viele Stimmen, dass er oft genug überhaupt nicht verstand, was sie von ihm wollten.

Er kniete sich neben das Stück Holz, welches er gerade gehackt hatte und hielt sich kurz den Kopf, bevor er wieder anfing zu schlagen.
Härter und zielstrebiger als vorher.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Salome Reuss am So 27 Aug 2017 - 21:37

Salome stellte ihre Kiepe neben Jorge und streckte sich. Ohne das mittlerweile vertraute Gewicht fühlte sie sich leicht, für einen Moment verschwanden sogar die trüben Gedanken, die sie den ganzen Tag über begleitet hatten. Salome atmete tief ein und betrachtete die Ränder der Steilwand, die über die Baumwipfel aufragten. Es war lange her, dass sie aus Baliho herausgekommen war und so weit hatten ihre Botengänge sie nie geführt. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen begann die angehende Schreiberin nach kleinen Zweigen und Reisig zu suchen. Als sie eine Hand voll zusammen hatte, begann sie das Feuer zu entfachen. Als kleine Flammenzungen zögerlich nach dem trockenen Holz griffen lehnte sie sich zufrieden zurück.


Einen Moment zögerte sie sich umzusehen, die anderen waren sicher ebenfalls dabei das Lager aufzubauen und sicher könnte sie dem einen oder anderen helfen. Aber andererseits wollte sie gar nicht wirklich ankommen. Den ganzen Tag hatte sie in Gedanken mit sich gerungen ob sie weiter in dieser Gruppe reisen konnte. Sie genoss die Gesellschaft, die Sicherheit und die Annehmlichkeiten, die das gemeinsame Reisen mit sich brachte, doch nach Hannes Äußerungen am letzten Abend...
Nun, sie hatte sich vorgenommen heute Abend eine Entscheidung zu treffen und nun war es eben soweit. Nicht mehr ganz so fröhlich sah sie sich um.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Bogumil Wenzelaus am So 27 Aug 2017 - 21:54

Auch Bogumil setzte die Kiepe ab. Seine sonst vom Sitzen ungeschulten Schultern brannten. Verbissen war er die letzten Kilometer gelaufen. Gejammert und gezetert hatten seine Schultern und mit ihnen er im Geiste. Eine Wahrliche Erleichterung war es nun seine Schultern zu rubbeln. Er warf einen Seitenblick auf Hannes, der es vorzog mit einem ungepolsterten Model zu reisen und dann auch noch dazu keine Miene zu verziehen oder etwas zu sagen, kein Muchs der Beschwerde, wie er das schaffte war ihm schleierhaft.

Da Hannes sich darum Kümmerte das Holz zu Hacken und Salome sich dem Feuermachen annahm, was er sehr begrüßte, da nach dem Waschen im Fluss selbst bei diesen Temperaturen er sehr zum frieren neigte, kümmerte er sich darum die Schlafstätten herzurichten und, nachdem er damit Fertig war, Trockene Tücher un Tuniken Bereit zu legen, wie die Seife zu suchen, welche zuletzt in der Kiepe von Jorge gewesen war. Hierbei stieß er auf nichts, was seinen wissen gegenüber Jorge in irgendeiner weise erweiterte oder die aufgekommenen Zweifel gegenüber des Betrügers bestätigen würde.

- vielleicht war er einfach nur an die Faschen geraten, Zwerge sind sowieso nur auf ihren Vorteil bedacht, Menschen sind meist Leute auf die man sich verlassen kann. Vielleicht hält Jorge zu den Menschen und dann muss ich mir keine Gedanken um meinen Hals oder meine Gesundheit machen, während ich mit ihm Reise... –

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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Ulfúr am So 27 Aug 2017 - 22:18

Hannes kam mit einem guten Arm voller kleiner Holzspalte wieder.
"Ich glaube damit kommen wir erst einmal ein Stück weit. Wenn es knapp wird können wir immer noch von hinten neues Holz holen."

Mit diesen Worten ließ er das Holz neben dem kleinen, prasselnden Feuerchen auf den Boden ab und begann etwas davon zum trocknen in ausreichendem Abstand zu den Flammen zu stapeln.

"Wer kommt mit zum Fluss? Ich muss den Gestank loswerden.", sagte er lächelnd.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Salome Reuss am So 27 Aug 2017 - 22:30

Salome half Hannes mit den kleinen Scheiten. Sie achtete darauf, dass das Feuer nicht zu hoch brannte, aber genug Nahrung hatte bis sie wieder da waren. "Das klingt gut.", sie erwiederte Hannes Lächeln nicht ganz frei von Schuldgefühlen. Dann schob sie die düsteren Gedanken beiseite und nahm von Bogumil ihr Tuch entgegen.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Ulfúr am So 27 Aug 2017 - 22:34

Hannes schaute zu Jorge.
"Was ist, Großer? Kommst Du mit?"
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Jorge Bronzestobere am So 27 Aug 2017 - 22:40

Fast kurz weggenickt blickte Jorge auf und schaute zu Ulfur. "Geht nur, ich brauche hier noch ein weilchen" Er setzte sich aufrecht hin. "Ich habe solange ein Auge auf unsere Sachen. Wenn ihr fertig seid, gehe ich mich Waschen."
Ein bisschen für sich alleine zu sein kam Jorge ganz recht.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Ulfúr am So 27 Aug 2017 - 22:55

Hannes zuckte mit den Schultern. 
"Bitte... musst Du wissen."

Mit diesen Worten ging er in Richtung Fluss und begann währenddessen seine Tunika auszuziehen. 
Mit freiem Oberkörper herum zu laufen war bei dem Wetter wirklich ein Segen. 

Als er am Ufer der Wutach ankam zog er sich restlos aus und ging an eine der tieferen Stellen des Flusses, wo er die Kälte des Wassers verfluchend mit dem Oberkörper untertauchte.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Salome Reuss am Mo 28 Aug 2017 - 21:00

Salome entlockte das eiskalte Wasser das fröhliche Kichern, über das sich ihre Begleiter schon am Vortag gewundert hatten. Sie wusste, dass sie nicht lange im Fluss bleiben konnte, spürte sie doch schon wie die Kälte jedes Gefühl aus ihren Füßen zog. Doch für den Moment genoss sie es einfach und wunderte sich selbst wie wenig sie sich nach dem Komfort des Klosters zurücksehnte.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Bogumil Wenzelaus am Mo 28 Aug 2017 - 21:42

Auch Bogumil verließ Jorge um sich zu Waschen. Er hasste die Kälte und so bibberte er bereits als er die Kleidung ablegte. Langsam, quälend langsam begab er sich ins Wasser und fluchte leise vor sich hin. Doch gab es noch etwas dass er mehr hasste als das kalte Wasser und das war dieses papsige Gefühl wenn er ungewaschen in der Schlafstätte schlafen würde. Es würde ihn die ganze Nacht wachhalten und dann am Morgen ein Gefühl des im Speck getränkten Würstchens geben. Er würgte bei diesem Gedanken und zwang sich tiefer ins kalte Nass um sich anschließend zitternd mit der Seife einzureiben und anschließend abzuschrubben. Einmal kurz untertauchen und das Gesicht rubbeln, dass vom Morgendlichen Feuer und der Wanderung schon verschwitzt und speckig war.
Einen Vertrauensvorsprung musste dem Betrüger schon gewährt werden, wie sollte dieser denn sonst beweisen, dass er nur finstere absichten hegt? Auf frischer Tat wird man ihn nicht ertappen können, wenn man die ganze Zeit daneben sitzt, da wird er sich schon nichts erlauben...
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Jorge Bronzestobere am Mo 28 Aug 2017 - 22:09

Nachdem alle zum Wasser gegangen waren und Jorge nun für sich alleine war merkte er wie ihm zunehmend flau in der Magengegend war. Es war nicht der Hunger oder die zunehmende Erschöpfung der nun seit tagen andauernden Flucht. Er wusste genau warum ihm alles im Magen krampfte. Je länger er hier in der Gruppe verweilen würde, umso mehr würde er alle hier in Gefahr bringen wenn seine Häscher ihn einholten. Dieses Risiko ist ihm schon bewusst gewesen seit er mit der Gruppe reiste, doch nun fühlte er sich zunehmend verantwortlich für dessen Unversehrtheit.

Es war an der Zeit und noch eine Gelegenheit wird er wohl nicht so schnell bekommen ohne das die anderen ihn aufhalten würden. Auch wenn er nicht wusste, warum sie dieses überhaupt tun sollten, jetzt wo sie den Großteil der Wahrheit wussten.

Jorge raffte seine Letzten Reserven zusammen und erhob sich. Jetzt wo er einen Entschluss gefasst hatte schien es ihm auch als hätte er noch einige Kraft um eine gute Distanz zwischen ihm und deinen Begleitern aufzubauen. Er Kramte noch schnell den Inhalt seiner Kiepe zusammen, den Bogumil so wüst durcheinander geworfen hatte. Irgendwie war es klar das Bogomiel nicht nur die Seife in der Kiepe gesucht hatte. Aber das machte nun auch keinen Unterschied mehr.
Mit zusammengekniffenen Augen Schulterte Jorge die Kiepe wieder und gab sich einen kurzen Moment um den Schmerz zu überwinden, dann nahm er den Wanderstecken und ging los. Kurz bevor er die Lichtung verlies wendete er sich noch einmal um. Ihm war nicht ganz klar was er eigentlich hoffte zu sehen. Die Lichtung war aber noch Leer, und so stiefelte er in die Anbrechende Dämmerung hinein.

Er Setzte einen ordentliches Tempo voran. Wollte er ausreichend Strecke machen, musste er es irgendwie durchhalten dieses Tempo bei zu behalten.

Zurück bleib eine Menschenleere Lichtung auf der drei Kiepen standen.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Ulfúr am Mo 28 Aug 2017 - 23:03

Hannes hatte sich abgetrocknet, nachdem er das Bad hinter sich gebracht hatte.
Das eisig kalte Wasser hatte das Gefühl aus seinen Extremitäten gezogen, aber irgendwie hatte es auch etwas Erfrischendes für sich.

So verharrte er noch eine Weile am Fluss und schaute das wilde Ufer hinauf und herunter.
Wie wunderschön diese Landschaft war. Er liebte einfach seine Heimat und deren nähere Umgebung.

Wobei der Begriff "nähere Umgebung" bei ihm auch relativ weit gefasst war, schließlich waren es nicht die ersten Tagesreisen, die er bisher in seinem Leben auf sich genommen hatte.

Irgendwann riss er sich los - der Magen meldete sich und er wollte eine Kleinigkeit zu sich nehmen.

Nachdem er seine Wadenwickel wieder um seine Hosenbeine gewunden hatte, eine Arbeit die ihn zwar öfters mal nervte, die er aber trotzdem jedes Mal auch irgendwie genoss, machte er sich auf den Weg zurück zu der Lichtung mit der Hütte.

Als er dort ankam blieb er wie vom Donner gerührt stehen.
"Bei... bei allem was mir lieb und teuer ist... Jorge... ?", sagte er erst zu sich selbst, bevor er zu einem Ruf anhob.
"JORGE?"
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Bogumil Wenzelaus am Di 29 Aug 2017 - 11:59

Bogumil hatte sich nach dem Abtrocknen ebenfalls Angezogen und hatte Hannes noch dabei beobachtet, wie dieser seine Wadenwickel band. Anschließend war er ihm gefolgt ebenfalls zurück ins Lager.
Sein Atem stockte als Hannes den Namen von Jorge rief und stürzte zu seiner Kiepe um nachzusehen, ob das Gold noch an Ort und stelle war. Beim herauswerfen all seiner Habe aus der Kiepe fiel ihm garnicht auf, dass diese unberührt geblieben war, bis er das Säckchen mit den Goldmünzen in Händen hielt und es abgewandt zu Hannes durchzählte.
Es war noch alles da, jede einzelne Scheibe. Verwirrt sah er sich zu Hannes um und begann seine Kiepe wieder einzuräumen.

"Was ist passiert? Wo ist er hin? Meinst du seine Häscher haben ihn geschnappt während wir uns wuschen?"

Da nichts von dem Geld fehlte war dies die einziege für ihn plausieble Erklärung.
Er schaute sich um konnte aber die Spuren am Strand nicht deuten, das war nichts was ihm geläufig ist.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Salome Reuss am Di 29 Aug 2017 - 15:26

Salome war noch etwas länger am Fluss geblieben. Als Hannes Ruf zu ihr drang saß sie auf einem der größeren Steine am Rand des Wassers ganz in die Beobachtung zweier kleiner Fische vertieft. "JORGE?" Sie schreckte hoch, sprang auf und lief zum Lager zurück. Die drei Kiepen wirkten einsam ohne Jorges vierte, auch wenn Bogumil geschäftigt in seiner herum wühlte. Wie angewurzelt blieb Salome am Rand der Lichtung stehen, sie hörte Bogumils Fragen, doch gingen ihre Gedanken in eine andere Richtung. 'Vielleicht hat er, genau wie ich, den ganzen Tag überlegt ob es nicht besser wäre die Gruppe zu verlassen. Aber ohne ein Wort zu sagen. Naja, was soll man schon von einem Vertragsbrüchigen erwarten.' ihr Gesicht verfinsterte sich und sie schloss langsam zu Hannes und Bogumil auf.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Ulfúr am Di 29 Aug 2017 - 18:08

Hannes schüttelte den Kopf. 
"Nein... das glaube ich nicht. Seine Kiepe ist weg... es sieht nicht so aus, als ob es einen Kampf gab. Gerufen hat er auch nicht, das hätten wir gehört. Ich denke mal, dass er alleine weiter wollte, weil er so vielleicht schneller ist. Aber... ist doch Scheiße."

Er warf seine Sachen ins Gras. 
"Verdammt nochmal. JORGE DU ELENDER IDIOT!!!", brüllte er.
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Beitrag  Salome Reuss am Di 29 Aug 2017 - 18:50

Salome zuckte zusammen als Hannes los brüllte.
Jorge und Hannes verband eine tiefe Freundschaft und Jorges wortloser Aufbruch nahm Hannes sichtlich mit.
Gerade wenn Familienbande versagten waren Freundschaften besonders wichtig, dass hatte Salome im Kloster gelernt und nach allem was sie von Hannes gehört hatte, vermutete sie, dass es ihm ähnlich ging.
Sie atmete einmal tief durch und sagte ruhig
"Willst du ihm nachlaufen? Bogumil und ich können das Lager zuende aufbauen und kochen."
Wie um ihre Worte zu unterstreichen setzte sie sich neben die kleine Feuerstelle und legte zwei kleine Scheite nach.
"Ohne Gepäck bist du schneller als er, du dürftest ihn also leicht einholen. Dann könntest du dich zumindest verabschieden."
Sie blies in die Glut und entfachte das Feuer aufs neue, ohne sich nach Hannes oder Bogumil umzusehen.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Ulfúr am Di 29 Aug 2017 - 19:39

Hannes fluchte laut und schaute von Salome zu Bogumil, dann auf den Weg, der von der Hütte weg führte.
"Scheiße. Ja. Danke.", sagte er kurz angebunden und sprintete los.

Die starken Beine stießen sich vom weichen Boden ab und katapultierten ihn mit einem Mal in eine Geschwindigkeit, die man einem stämmigen Burschen wie ihm nicht zugemutet hätte.

Er folgt dem Weg, nimmt viele der unwegsamen Stellen mit halsbrecherischer Geschwindigkeit und auch wo es klüger gewesen wäre langsamer zu laufen gibt er einen Dreck drauf.

Warum war Jorge ihm überhaupt so wichtig geworden?
Vielleicht, weil er einer der wenigen war, der ihn nicht für die Stimmen verurteilte... aber das war jetzt egal.

"Du dummer, sturer Idiot.", knurrte er, als er dem Weg folgte.
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Beitrag  Salome Reuss am Mi 30 Aug 2017 - 19:23

Salome kümmerte sich länger als nötig um das Feuer. Schob die Glut zusammen, prüfte die Scheite, die sie zum trocknen ausgelegt hatten.
Dann sah sie sich nach Bogumil um "Was hälst du von einem Tee?"
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Beitrag  Bogumil Wenzelaus am Mi 30 Aug 2017 - 19:58

"Ja ein Tee klingt der Situation angemessen. Heißt es nicht abwarten und Tee trinken? Dies ist nichts, was wir nun beeinflussen können. Ich hoffe nur, dass Hannes sich bei seinem Tempo nicht die Beine bricht. Dann müssten wir ihn einer seits nachlaufen und finden und andererseits nicht nur ihn sondern auch noch seine Kiepe Tragen. Wie soll das ohne Jorge funktionieren? Ein unpassender Moment sich aus dem Staub zu machen. Wobei auch angemerkt sein muss, dass Hannes dann wohl auch nicht losgelaufen wäre. Ich hoffe nur, dass er ihn wieder mitbringt, dann läuft es sich besser, geschützter."

Bogumil dachte daran, dass er nun mit der jugendlichen an seiner Seite quasi alleine dastand. Das schmeckte ihm überhaupt nicht. Nicht wenn er noch zeitig nach Astranat gelangen wollte.
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Beitrag  Salome Reuss am Mi 30 Aug 2017 - 21:46

Bogumils Worte irritierten Salome, drehte sich die Welt für den Aventurier wirklich nur um ihn selbst?
Sie schüttelte den Kopf und setzte das Wasser auf.
"So oder so sollten wir das Lager so weit wie möglich vorbereiten. Es wird bald dunkel. Wir können die Hängematten aufhängen während das Wasser noch auf dem Feuer ist." Noch während sie sprach sammelte sie die drei Hängematten und Seile zusammen. Ihr gefiel es nicht Hannes Kiepe zu durchsuchen, aber da ihnen nunmal keine andere Wahl blieb versuchte sie ganz praktisch an die Aufgabe heran zu gehen. Bald standen die drei Becher neben der Feuerstelle, die Hängematten und Decken lagen bereit und auch den kleinen Beutel mit dem Tee hatte sie gefunden.
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Beitrag  Bogumil Wenzelaus am Mi 30 Aug 2017 - 23:08

"Hm" Gedankenverloren betrachtete Bogumil den Topf der auf dem Feuer stand. Hatte Jorge ihnen tatsächlich seinen Kupfertopf dagelassen? Na wenn da doch nicht etwas an dem Überfall dran ist, wie er sich das schon gedacht hatte.

"Gut die Hängematten - welche war meine? Ah!" Er nahm seine Hängematte Salome ab um diese gleich an dem Besten Flecken, in der nähe des Feuers aber nicht in seinem Abzuge aufzuhängen, danach, sollte Salome nicht schon mit den anderen Beiden Hängematten fertig sein, wollte er ihr helfen auch noch das letzte Teil des Lagers aufzubauen.


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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Salome Reuss am Mi 30 Aug 2017 - 23:27

Salome beobachtete Bogumil einen Moment. Dann zuckte sie mit den Schultern, er wollte und brauchte offensichtlich keine Hilfe und sein seltsames Verhalten ließ sich sicher mit der ihr fremden Kultur erklären, aus der er kam. Zuerst baute Salome Hannes Hängematte auf, dann ihre eigene. Sie war noch nicht ganz fertig, als Bogumil kam um ihr zu helfen. Sie überlies ihm dankbar den restlichen Aufbau und eilte zum Feuer, auf dem das Wasser mittlerweile kochte. Als Bogumil kurze Zeit später zu ihr kam reichte sie ihm einen der randvoll gefüllten Becher.
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Re: Vier Wege, die sich einen

Beitrag  Jorge Bronzestobere am Do 31 Aug 2017 - 22:14

Die Dämmerung war mittlerweile stark vorangeschritten. Für Jorges Geschmack ging ihm das eindeutig zu schnell. Um einen gelungenen Vorsprung zu schaffen musste er nun Wohl oder übel im Dunkeln weitergehen. Er überlegte einen Moment ob er seine Laterne entzünden sollte, oder nicht. Licht würde bedeuten das er alles in der unmittelbaren Umgebung auf sich Aufmerksam machen würde. So würden seine Verfolger, wenn sie nur nah genug sind und davon konnte er ausgehen, ihn spielend finden. Ohne Licht war die Reise hier durch die Schlucht mit der Schweren Kiepe der blanke Wahnsinn.
Jorge hielt einen Moment inne biss die Zähne zusammen, und setzte die Kiepe auf einem Felsvorsprung ab.
Da war es wieder. Dieses ungute Gefühl, dass diese garstigen Kleinwüchsigen aus der Ferne auf ihn starrten und nur darauf warteten, dass die Falle zuschlug. Er durchsuchte seine Kiepe nach seiner Laterne und seinem Zunder Beutel. `Warum bloß musste man immer alle Sachen die man grade nicht braucht immer erst zwei Mal in die Hand nehmen bevor man endlich das in der Hand hält, was man eigentlich sucht. Den Rest seiner Habe grob in der Kiepe verstaut machte er sich daran ein kleines Zunder Nest zu bauen. Es fiel ihm auffallend schwer mit seinen zitternden Händen diese Feinen Teile zusammen zu schieben, um sie mit dem Feuereisen zu entfachen.
`Jetzt reis dich zusammen! So wird das sonst nie was`
Jorge hielt einen Moment inne, um tief Luft zu holen. Doch es blieb ihm der Atem schlicht stocken. Denn dass was er aus der Ferne hörte war unverkennbar das zerbrechen von kleinen Ästen. Bewegte sich dort etwas auf ihn zu? Egal, er wollte es nicht soweit kommen lassen. Noch einmal tief Luft geholt, und mit etwas Konzentration brannte schon bald die Kerze in seiner Laterne.
Sein Halstuch leicht über die Laterne gelegt, breitete sich nun ein kleiner Lichtkegel vor ihm aus. So ließ es sich noch eine Weile gehen. Naja, zumindest so lange bis die Kräfte nicht mehr mitspielten.
Vorsichtig und eine ganze ecke Langsamer als zuvor bahnte sich Jorge den Weg weiter die Schlucht entlang.
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