Idenas Besuch in Rabenbach

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Idenas Besuch in Rabenbach

Beitrag  Idena am Sa 5 Aug 2017 - 18:40

Nachdem sie sich nach dem Fest der Drachen ein wenig erholt hatte, machte Idena sich auf nach Rabenbach, das Lehen, das der Baron ihr übertragen hatte. Doch sie entschied alleine und großes Gepäck zu reisen. Bevor sie die Geschäfte in Rabenbach offiziell als Lehensherrin übernahm, wollte sie sich ein Bild von dem Ort, den Menschen und ihrem Leben machen.

Also sattelte sie ihr Pony, legte einfache, aber saubere und bestens geschneiderte Gewandung an und bewaffnete sich mit dem Nötigsten.

Nach einem Tagesritt wurde das Gelände hügeliger, einen weiteren Tag später erhoben sich zu ihrer Seite dunkel bewaldetet Berge. In dem Tal, in dem sie ritt, führte ein schmaler Pfad durch grüne und blühende Wiesen, durch die immer wieder lustige kleine Bäche plätscherten. Immer wieder sah sie in den Hänge große, aus Holz erbaute Höfe, um die herum Kühe grasten, doch keine Ansammlungen mehrerer Häuser.

Schließlich häuften sich die einzelnen Gehöfte jedoch und sie fand sich in einem Dorf wieder. „Mühlenbach“ war auf einem Holzschild an dessen Eingang zu lesen. Es war ein kleines, verschlafen wirkendes Dorf, in dessen Ortskern Brunnen plätscherten und Blumen in Kübeln blühten. Idena ritt an Bäckerei vorbei, am Ratshaus und erreichte endlich ein Gasthaus. „Biersepp“ war über dessen Eingang zu lesen. Idena schmunzelte und stieg ab. Es war später Nachmittag und im Haus war es bis auf ein gelegentliches Klappern still. Sie klopfte an, und kurz darauf öffnete eine ältere Frau in grober, aber peinlich sauberem Gewand de Tür. Sie wirkte erstaunt, als sie Idena erblickte. „Ja, bitte?“, fragte sie und man merkte, dass sie es nicht gewohnt war, so zu sprechen. Ein Dialekt, den Idena nicht kannte, färbte ihre Aussprache.

„Ich suche ein Zimmer für die Nacht, ein warmes Abendessen und einen Stall für mein Pferd“, antwortete Idena. Die Frau zögerte kurz. „Mit Fütterung des Pferdes sieben Kupfer.“ Idena nickte und die Frau brüllte in einer unverständlichen Sprache in das Zimmer hinter ihr. „Merek, kumm. Da isch e Mädel mit em Ross. Nimschst ihr des ab und bringscht's in de Stall!“Trippelende Schritte waren zu hören und ein etwa zwölfjähriger Junge mit Wuschelhaare stolperte aus der Tür, stoppte, blickte Idena erstaunt an und nahm ihr zögerlich die Zügel ab.

„Kommt“, forderte die Gasthausbesitzerin Idena auf und sie folgte ihr in das Innere des Gebäudes. Die Möbel so wie der Boden waren aus wuchtigen Eichenholz gebaut und versprühten eine heimelige sowie warme Atmosphäre. Eine ebenfalls aus Eichenholz erbaute Treppe führte in das obere Stockwerk, in dem sich die Gästezimmer befanden. Es waren nur drei und alle schienen frei zu sein. Die Mühlenbacherin schloss das mittlere auf und ließ Idena eintreten. Auch hier war so gut wie alles aus Holz, der Schrank aber liebevoll in bunten Farben mit einem Blumenmuster bemalt. Ein wuchtiges Bett mit sauberen Leinen, ein Tisch, Stuhl, Wasserkaraffe, ein Spiegel sowie ein bunter Teppich vervollständigten das Inventar. An der Wand hing ein Bild von einer Burg.

„Was ist das für eine Burg?“, fragte Idena die Gasthofbesitzerin, die ob des Interesses plötzlich freundlich wurde. „Rabehuse“, erklärte sie. „Sie steht in Rabenbach, dem Nachbarort. Aber dort wohnt seit Jahrzehnten niemand mehr. Sie verfällt, eine Schande.“ „Warum wohnt dort denn niemand und kümmert sich um dieses Juwel?“ Die Frau zuckte mit den Schultern. „Der letzte Lehensherr ist vor 27 Jahren gestorben und niemand folgte ihm. Seitdem stehen wir offizielle Bärenfels unter, und ab und an kommt jemand von dort, um die Steuern einzutreiben und nach dem Rechten zu sehen. Aber sonst sind wir uns selbst überlassen.“ „Und das funktioniert?“ „Einigermaßen. Die Mühlenbacher, Rabenbacher und Saaracher sind seit Jahrhunderten größtenteils Selbstversorger und es gewohnt, sich um sich selbst zu kümmern. Nichtsdestotrotz..“

„Mariele!“ Ein Ruf aus der unteren Etage unterbrach die Frau, die seufzte. „Wenn Ihr wollte, kann ich Euch heute Abend oder morgen früh ein bisschen mehr erzählen. Jetzt muss ich anfangen, das Abendessen vorzubereiten." „Gerne“, meinte Idena aufrichtig. Die Frau nickte. „Essen gibt es um sieben“, sagte sie, dann verabschiedete sie sich.
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Re: Idenas Besuch in Rabenbach

Beitrag  Der Herold des Königs am Di 8 Aug 2017 - 21:14

Auf dem Bett lag eine dünne Federdecke mit einem Bezug aus groben Leinen. Auch hier war deutlich zu erkennen das hier trotz der sehr einfachen Ausstattung peinlich auf Sauberkeit und Liebe zum Detail geachtet wurde. Auf dem mit Stroh gefüttertem Leinenbezug des Kopfkissens sind mit liebevoller Kleinarbeit kleine Blumenranken gestickt worden. Als Idena mit der Hand über das Kissen strich fühlte sich Dieses jedoch kalt und leicht klamm an.
"Der Raum ist sicherlich schon länger nicht bewohnt worden."
Draußen war es noch einigermaßen warm und es würde sicherlich helfen sich wenn sie den schweren Eichenverschlag am Fenster eine Weile öffnen würde.
Nachdem Idena den Holzriegel am Fensterverschlag zur Seite schob war es ein Leichtes die Fensterläden zu öffnen. Sofort kam ihr ein warmer Lufthauch entgegen und vor ihrem Blick breitete sich ein Landschaftsbild aus wie sie es sonst nur auf den schönsten Landschaftsgemälden der besten Hofmaler gesehen hat.
"Wenn es einen Ort gäbe der sich als heile und unbescholten beschreiben ließ, dann solle man nur einen blick aus diesem kleinen Fenster werfen", dachte sie sich.
Eine Weile genoss sie einfach diese Aussicht. Ob es wirklich nur die Landschaft war die in ihr dieses unvergleichbare zufriedene Hochgefühl verschaffte, oder ob ihr Blick in dem Moment auch ein wenig von dem Umstand gefärbt war, dass dieses alles schon bald ihre neue Heimat war, konnte sie nicht sagen. Für den Moment war dieses auch nicht Wichtig.
Sicher, sie war nicht hier um die Landschaft zu genießen aber heute würde sie sicher nicht mehr groß dazu kommen ihrem eigentlichen Anliegen nachzukommen.
Gekommen voller Tatendrang und Ideen, wie sie ihr Lehen leiten und verwalten würde stellte sie nun fest, dass hier alles ganz anders war als sie es sich vorgestellt hatte. Ob und wie sich ihre Vorhaben umsetzen lassen war noch völlig offen.

Idena war völlig in Gedanken versunken als irgendwann eine kleine Glocke klingelte und sie aus ihren Gedanken riss. Dann klingelte sie noch einmal.
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Re: Idenas Besuch in Rabenbach

Beitrag  Idena am So 13 Aug 2017 - 17:34

wahrscheinlichhatte sie länger hier am Fenste gestande als sie gedachte hatte und das Abendessen wurde bereits serviert. Sie schloss das Fenster, schloss die Tür hinter sich und stieg die knarzenden Treppen hinab. Im unteren Bereich musste sie nur Tellergeklapper und Stimmen folgen, dann fand sie denn Essensraum.
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Re: Idenas Besuch in Rabenbach

Beitrag  Der Herold des Königs am So 27 Aug 2017 - 18:18

Auf der unteren Etage breiteten sich schwere Rauchschwaden aus, die wie Teppiche über der hölzernen Deele lagen. In der Luft lag ein Geruch einer deftigen Suppe, gepaart mit Dem von frisch gebackenem Brot. Im Flur stand eine der seitlichen Türen auf in dem neben den Rauchschwaden auch das Geklapper ihren Ursprung fanden.
Idena trat in den Rahmen der Tür und fand sich in einem größerem Raum wieder. Hier fand offensichtlich der Alltag statt, wenn es Draußen oder in den Ställen nichts zu tun gab. An und für sich war der Raum schon recht geräumig und sehr penibel Aufgeräumt. Jedoch der Umstand, dass neben der in Stein gehaltenen Küche und einem großen Tisch an dem für Zehn Personen eingedeckt war auch zahlreiche kleine Kommoden, Kisten, Webrahmen, ein Schaukelstuhl, und andere Handarbeiten den Raum füllten, machten einen aus der Kulisse etwas sehr Gemütliches.
„Setz dich Mädel“ Sagte die Frau welche Idena auch in Empfang genommen hatte und wies auf einen Stuhl in mitten von vier weiteren Stühlen.
„Ich hoffe du magst einen guten heißen Kamillensud?“ Fragte sie erwartungsvoll, nahm eine Holzkelle zur Hand und goss einen kräftigen Schwung in einen Tonbecher.
Sonst befand sich noch keine weitere Person in dem Raum.
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Re: Idenas Besuch in Rabenbach

Beitrag  Idena am So 27 Aug 2017 - 21:00

"Gerne". Idena lächelte die Frau an und nachdem sie den Dampf vn der Tasse geblasen hatte, blickte sie sich noch einmal um. "Habt ihr außer mir noch Gäste oder ist sonst nur für Eure Familie eingedeckt?", fragte sie neugierig.
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Re: Idenas Besuch in Rabenbach

Beitrag  Der Herold des Königs am So 27 Aug 2017 - 22:03

Die Frau Schaute kurz aus dem kleinen Fenster hinaus. Dann Sagte sie, "Die meisten dürften mittlerweile von den Feldern und Weiden zurück sein." Dann hob sie den Schweren Topf von der Feuerstelle und Platzierte ihn auf einem kleinen Beistelltisch am Rande der Tafel. "Die Hamm heut Weidezäune erneuert. Einige sind seit dem Letztem Winter marode. Ich denke das sie sich grade draußen an der Quelle Waschen. Die wissen, dass ich sie sonst bei den Ferkeln essen lasse" Sie zwinkerte Idena Freundlich zu.
"Aber sag doch mal Kind. Was Führt dich in unser bescheidenes Tal. Ich hoffe du suchst keine Arbeit!"
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Re: Idenas Besuch in Rabenbach

Beitrag  Idena am So 27 Aug 2017 - 22:28

"Arbeit? Nein, ich habe schon eine Aufgabe. Ich bin auf der Durchreise, auf dem Weg zu meiner Familie, und schaue mich ein bisschen um. Aber über kurz oder lang muss ich mir demnächst ein neues Zuhause suchen. Mühlenbach ist wirklich hübsch und wirkt gut organisiert. Warum scheint sich denn keiner von den hohen Herren für es zu interessieren? Und macht euch das Probleme?"
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Re: Idenas Besuch in Rabenbach

Beitrag  Der Herold des Königs am Mo 28 Aug 2017 - 20:51

"Probleme?" Die alte Dame Runzelte die Stirn. "Probleme bereitet uns die Abwesenheit der Herren, und dessen Desinteresse an uns keines Wegs. Ganz im Gegenteil. Wir hier sind es seit jeher gewohnt auf uns gestellt zu sein. Wir helfen einander wo es geht, und wenn einer in Schwierigkeiten gerät ist da die Gemeinschaft des Tals, die ihn auffängt." Die Frau Lächelte, und Stützte sich an Rand des Tisches ab. "Andere Gegenden haben diese Selbstständigkeit vielleicht verlernt, und sind daher auf die ach so Tollen Ratschläge der Feinen Adligen angewiesen, aber bei uns ist das anders. Wir brauchen keine Herren die uns unser karges schwerlich erarbeitetes Gut nehmen und behaupten, es sei ihr recht, nur weil sie in einer Steinernen Burg hausen."

Draußen im Flur waren Schritte und gut gelaunte Stimmen zu vernehmen.

"Versteh mich bitte nicht Falsch. Diese Leute versuchen oft auch nur ihr Bestes im Sinne der Gemeinschaft. Häufig ist deren Sichtweise auf unsere Belange allerdings zu weit von unserer Wirklichkeit entfernt. Sie würden das Leben hier nur umständlicher machen."

Zwei groß gewachsene kräftige Burschen betraten das Zimmer. Ihnen Folgte eine Junge Frau die zwar einen guten Kopf Kleiner war, als ihre Begleiter, ihnen aber im Körperbau sonst in nichts nach stand.

"Noowe" Raunten die drei nach einander.
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