Serans Suche nach Owen

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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Seran am Mi 22 Feb 2017 - 17:02

Seran zog sein Jagdmesser aus der Scheide und setzte es an als würde er Ralf aufschlitzen wollen. Die Panik in seinen Augen entlockte Seran ein kurzes Lächeln, bevor er die Kleidung an der verwundeten Stelle soweit auf schnitt, dass man die gesamte Ausbreitung der Vergiftung sehen konnte. Er für mit seiner linken Hand über den Torso, soweit das Gift sich ausgebreitet hatte.
Der Elf betrachtete kurz das Ausmaß, bevor er anfing leise in elbisch zu reden und sich konzentrierte.
Schwungvoll setzte er die Messerklinge an seine linke Hand und setzte sich selbst einen harmlosen Schnitt und wurde dabei mit der elbischen Rezitierung immer lauter.
Seran presste seine Linke zu einer Faust und ließ Blut in die offene Wunde tropfen. Seine Worte gingen langsam in eine Art leisen Gesang über.
Seine beiden Hände berührten den Körper nicht als er anfing mit ihnen beinahe eine Art Tanz aufzuführen und sich dabei mit ihnen immer weiter von der Wunde weg bewegte. Die schwarzen Adern des Giftes bekamen einen leichten Rotstich.
Nachdem alle Adern rötlich waren, machte Seran eine beinahe identische Bewegung wieder zur Wunde hin. Die Adern der Vergiftung verschwanden und aus der Wunde trat eine schleimige rötlich schwarze Flüssigkeit aus.
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Der Herold des Königs am Mi 22 Feb 2017 - 17:04

Ralf schaute während des gesamten Prozederes relativ wenig begeistert.
In seinem Kopf sah er sich schon in den Niederhöllen brennen dafür, dass er mit Magie geheilt wurde.

Als der Zauber jedoch seine Wirkung tat merkte er, wie es ihm relativ schnell besser ging.
Der Schaden am Körper war zwar schon angerichtet, aber wenigstens schritt er nicht weiter fort.

"Warum... ?", fragte er nach einem Moment der Stille den Elf.
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Seran am Mi 22 Feb 2017 - 17:27

Seran wischte sein Messer mit einem Tuch aus seiner Gürteltasche ab und presste anschließend seine linke Hand um das Tuch.
"Weil ich heute einen netten Tag habe.", erwiderte Seran
"Aber jetzt ziehe ich dich erst mal zu einem Baum damit du aufrecht sitzen kannst."
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Der Herold des Königs am Mi 22 Feb 2017 - 17:38

Ralf stieß die Luft aus den Lungen, als der Elf ihn bewegte.
Der Schmerz war gewaltig und drohte, ihn in die Ohnmacht zu drängen.
Aber eben an diesem Schmerz riss er sich aus der schwarzen Umarmung wieder heraus.

"Und jetzt? Was willst Du denn eigentlich noch? Ich habe Dir doch alles gesagt."
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Seran am Mi 22 Feb 2017 - 17:52

Seran ging um den Baum herum und war für Ralf außer Sicht.
Kurze Zeit später antwortete der Elf: "Davon werde ich mich selbst überzeugen..."
Im gleichen Moment legte sich von hinten eine Schlinge um Ralfs linke Hand und wurde zugezogen, nur einen Sekunde später wurde sein rechter Arm nach hinten gerissen. Er konnte spüren wie auch um diese Hand ein Seil gewickelt wurde.
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Der Herold des Königs am Mi 22 Feb 2017 - 18:55

Ralf war viel zu schwach, um sich zu wehren.
Mit einem müden Grinsen ließ er das Fesseln über sich ergehen.

"Hast Du Sorge, ich laufe weg? Ernsthaft?"
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Der Rachegeist

Beitrag  Bogumil Wenzelaus am Di 28 Feb 2017 - 19:33

"Nun hört mir doch zu! Nein Nein! Es ist ein Rachegeist!"
Bogumil schaute nicht schlecht als er beim suchen nach einer Ingredienz unter der Schneedecke (eine etwas ältere Dame hatte auf den Ort verwiesen)  auf ein Lager Stieß. Er hatte an einer Seite eines Schneehaufens gewühlt und dabei wohl die "Isolierung" gegen den Wind eines Landstreichers Freigelegt. Nun saß er an einem Qualmendem Feuer, das zu entfachen er dem Landstreicher geholfen hatte und hörte sich dessen Geschichten an - man kann nie wissen was diese Augen und Ohren alles mitbekommen.
"Sie wird kommen um mich zu holen" der Landstreicher zitterte am ganzen Leib. Ob das der Kälte zuzuschreiben war?
"Damals als der Herr von Bärenfels ausgeritten war um Baliho zu befreien war ich noch auf der Motte angestellt als Wachsoldat"
Dieser Landstreicher hatte wohl etwas ausgefressen, und wenn er Bogumil so bereitwillig davon erzählte.... hoffentlich handelte es sich hier nicht um einen Kannibalen oder einen Halsabschneider... vielleicht war er auch nur verrückt? Eine Geschichte wie jede andere?
"... und die Astis war außerhalb der Motte als die Orks anfingen ihre Streitkräfte auch Richtung Bärenfels zu trieben. Doch Astis bemerkte den Hinterhalt, fragt mich nicht wie, sie wusste einfach was sie tat. Sie bildete Reiter aus um auch mit dem Bogen im vollen Galopp schießen zu können. Eine Totbringende Waffe sag ich euch! Und als die Orks immer näher kamen um uns zu Belagern, griff Astis mit ihren Reitern an! Aus dem Süden aus dem Norden abschwenkend und wieder aus dem Westen und Osten. Die Orks waren so langsam dass die nicht merkten, dass es sich um die gleichen Streitkräfte handelte und so sahen sie sich einer scheinbaren Übermacht gegenüber, die sie mehr und mehr zermürbte."
Der Landstreicher Schluckte
"Bist du schon auf die Marodierenden Orks gestoßen? Sie marodieren überall in ganz Amsivar... Überbleibsel aus der Belagerung von Baliho und Bärenfells... möge der Winter sie verrecken lassen."
"Aber sag mir, warum bist du nicht mehr auf der Motte? Was machst du Hier und was hat das mit dem Rachegeist zu tun den du fürchtest?" Bogulim sah wie der Landstreicher zusammenzuckte als könnte die Erwähnung des Geistes dazu führen, dass ihm der Kopf von den Schultern viel.
"Nunja... die Asdis, wie soll ich das beschreiben. Es ist die Frau der Motte gewesen. Alle Augen waren ihr zugewandt auch die meinen... und als Sir Owen auf mich zugetreten kam blieb mir nichts anderes übrig als das Weite zu suchen als dass ich mich mit ihm Duelliert hätte..."
Ah.. so einer, keinen funken Ehre mehr in den Knochen.
"Aber... jetzt, als ich angeheuter wurde ... Jahre seit dem ich sie das letzte mal sah... als wir ihr habhaft werden konnten... Ich war gerade austreten als sie sich wehrte... aber nun sind fast alle tot die sie das letzte mal lebend gesehen haben! Ihr Rachegeist macht Jagd auf uns! Ich... ich weiß nicht was sie mit ihr gemacht haben aber... das Geld stimmte und nun sind fast alle hinüber!"
Er schien wohl sehr verängstigt und .... zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein. Aber wenn es den Rachegeist wirklich gibt... besser wäre es nicht mit diesem Landstreicher zusammen ebenfalls zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, wenn dieser ihn holen kommen würde.
Bogumil versuchte sich von dem Landstreicher loszueisen, der doch wohlbemerkt anhänglich war.
"Lass mich hier nicht allein zurück! Du weißt jetzt alles was ich weiß du hängst jetzt auch mit drin! der Geist wird dich genauso holen kommen wie mich!"
Bogumil wurde es nun richtig heikel und er entschied dich zu Pokern. "Woher willst du wissen, dass ich nicht der Rachegeist bin und mich an deiner Angst weiden will?" Bogumil Stand auf machte sich groß um dem Streicher Angst ein zu jagen. Er fingerte noch fix in seiner Tasche fand ein Fläschchen und besah es sich kurz - zum glück das richtige - um dann mit einem großen gejaul und unzusammenhängenden Wortsilben die Flasche zu öffnen, sich rückwärts vom Feuer und vom Streicher zu entfernen. Dieser Hatte es mit der angst bekommen, wich ebenfalls zurück und zog sein Messer. Mit eher ungeschickter Bewegung warf Bogumil die Flasche ins Feuer. Ein kleiner Blitz Folgte als der Inhalt der Flasche anfing zu brennen. Bogumil schloss die Augen. Die Flasche barst und eine Stichflamme dessen Licht hell wie die Sonne sich auf der Netzhaut einbrannte blendete Bogumil durch seine geschlossenen Augen hindurch.
Jetzt nur noch hoffen, dass der Landstreicher seine Augen geöffnet hatte und nichts wie weg hier!
So schnell ihn seine Beine Trugen kämpfte er sich durch den Schnee zurück zum Haus der Alten, wo er seinen Wagen stehen hatte.
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Seran am Mo 6 März 2017 - 16:13

(falscher Thread?)

"Ich würde mich freuen, wenn du noch weglaufen könntest.", entgegnete Seran, als er die Seile ordentlich befestigte: "Bei dem was ich vorhabe, wäre es einfach nicht von Vorteil, wenn du dich übermäßig bewegst."
Seran ging um den Baum herum, leicht in die Hocke und schaute Ralf ins Gesicht. Er legte den Kopf leicht schief.
"Ich nehme an dir ist bewusst, dass du heute sterben wirst? Bleib ruhig sitzen und ich werde es dir so schmerzlos wie möglich machen."
Seran zog erneut sein Messer.
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Der Herold des Königs am Mo 6 März 2017 - 18:37

Ralf schaute Seran an und zog eine Augenbraue hoch. Dann spuckte er dem Elf einen dicken Bollen Rotz und halb geronnenes Blut ins Gesicht.

"Das kannst Du haben, Du verlogenes Stück Scheiße. Mich erst "retten" (wobei er auf die Geste der Gänsefüßchen verzichten musste, dafür das Wort in einem ungemein lächerlichen Ton aussprach) und mich jetzt plötzlich doch umbringen? Scheiß auf Dich, scheiß auf Deine Brut und scheiß auf diesen Hurensohn, der mir das Messer in die Rippen gestoßen hat. Aber weißt Du was? Gut, dass Du mich umbringst. Wenn Du mich laufen ließest, dann würde ich Dir Deine butterweiche Haut Streifen für Streifen vom Leib ziehen und mir daraus feine Stiefel gerben. Du willst mich töten? Dann bitte, erspar Dir doch Dein ach so hartes Getue und mach endlich hinne. Große Reden schwingen kann jeder."
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Seran am Mi 8 März 2017 - 17:45

Mit zwei schnellen Schnitten ritzte Seran die Haut ein den Schläfen von Ralf ein, sodass sie leicht begann zu bluten.
Auch wenn er gerne weiter mit Ralf gespielt hätte und ihm liebend gerne die Möglichkeit gegeben hätte sich neue Stiefel zu verdienen, war einfach keine Zeit mehr hierfür da. Selbst wenn Ralf seine Wunden überleben würde, würde gleich wohl nicht mehr als ein sabbernder Idiot übrig bleiben.
Seran stand auf, und nahm einen Beutel aus seiner Gürteltasche. Unter wiederholter Rezitierung einer elfischen Formel, zog er einen Kreis um ihre Position und ließ dabei ein feines Pulver aus dem Beutel rieseln.

Seine Miene war starr und er sprach kein verständliches Wort als er wieder vor Ralf ankam.
Er piekste sich mit seinem Messer in den Daumen und den kleinen Finger seiner linken Hand, kniete sich anschließend so vor Ralf hin, dass sein Gewicht auf Ralfs Beinen lag und er sich gar nicht mehr bewegen konnte.
Anschließend setzte er seine linke Hand an Ralfs Kopf, sodass die kleinen Wunden genau aufeinander lagen und seine Handfläche ihm die Sicht versperrte.

Ralfs Atmung und Gegenwehr verlangsamte sich, als Seran erneut anfing Elfisch zu sprechen. Alles wurde still. Die Kälte verschwand. Der Schmerz verschwand. Die Sinne wurden immer tauber. Wie ein sanfter Schlaf...
Erst der Schmerz weckte ihn wieder. Ein Schmerz als wenn tausend Nägel in seinen Kopf eindringen würden.
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Der Herold des Königs am Mi 8 März 2017 - 18:59

Seran konnte alles sehen.
Er stand in der Nähe der Hauptstraße auf einer kleinen Lichtung und wusste seine Kumpanen im Rücken.
Da kam eine Frau die Straße hinabgeritten.

War das die Stallmeisterin vom Baron?
Asdis, oder wie sie hieß?
Irgendeiner von Schmutz' Jungs hatte sich ziemlich viele warme Gedanken über diese Frau gemacht, seit er sie auf Bärenfels zum ersten Mal gesehen hatte. Und nachdem dieser Junge bei ihrem Anführer vorstellig geworden war und wer weiß was für eine Gegenleistung angeboten hatte, hatten sie die Erlaubnis bekommen, sich das Weibsbild zu krallen.

Ihre Brüder hatten ihnen Bescheid gegeben, als sie in den Hafen eingefahren war und so wussten sie etwa, wie lange sie noch zu warten hatten.
Es hatte sich ausgezahlt.
Gleichwohl Seran nicht verstand, warum man um eine Frau so ein Aufhebens machen konnte.

Das Bild wurde leicht schwummrig und die nächste Szene zeigte einen erbitterten Kampf der Stallmeisterin gegen eine Handvoll der Männer, die auf sie gewartet hatte. Sie schlug sich nicht schlecht, sie hatte auch nicht umsonst mehrere Male im Finale um den Pokal der besten Kriegerin der Truppen des Barons gestanden. Aber gegen so viele Feinde gleichzeitig zu kämpfen, die so aufeinander eingespielt waren, das war zu viel verlangt und so verlor sie bald an Boden.

Im nächsten Moment sah man, wie Asdis schwerverletzt davonhumpelte. Der Hurensohn, der sie unbedingt hatte abfangen wollen, winkte ab, als gefragt wurde, ob man sie verfolgen sollte. Sie wieder vollständig zu heilen und die Langzeitversorgung ihrer Wunden wäre zu aufwendig gewesen. Er hatte es sich leichter vorgestellt.
Schwärze.

Dann fühlte Seran sich wie betrunken.
Sie hatten den Tod der Brüder, die Asdis an jenem Abend umgebracht hatte reichlich begossen. Sie saßen in ihrer Stammkneipe in Sturwold, nicht weit weg von Dreiburg. Schmutz war nicht da. Er hatte sich schon lange nicht mehr blicken lassen.
Das Antliz des Anführers hätten sie überall wieder erkannt. Ihm fehlte das linke Ohr und über der rechten Augenbraue klaffte eine scheußliche Narbe.
Sein schmutzig blondes Haar war stets kurz gehalten und am rechten, verbleibenden Ohr trug er genau 9 Ohrringe. Vielleicht war er in seinem Keller, den er in einem nahegelegenen Gasthaus an einer Kreuzung gemietet hatte und besprach sich dort mit einer der befreundeten Banden.

Es wurde wieder dunkel.
Seran war mit ein paar seiner Brüder in den Wald geschickt worden, an die gleiche Stelle, wo sie vor einiger Zeit auf Asdis gelauert hatten.
Irgendjemand hatte ihnen den Hinweis zugespielt, dass der Stellvertreter des Barons von Bärenfels in der Gegend war. Und er würde hier vorbeikommen. Heute Nacht.

Ein dumpfes Geräusch zerriss schier die Stille der Nacht, obwohl es nur wenig lauter war, als wenn ein Stein zu Boden fiel.
Frank neben ihm fiel mit dem Gesicht zuerst auf dem Waldboden. In seinem Kopf steckte ein Pfeil.
Angst machte sich in Seran breit. Ein Gefühl, welches er nicht so oft und wenn dann wohl meist nicht so intensiv kannte.
Was war hier los? Alle sahen sich mit flauem Magen um, gingen in Deckung vor einem Feind, von dem sie nicht einmal wussten, von wo er kam.
Ein weiteres 'THUDD' zerriss die Nacht und Thorsten, ein paar Meter weiter, stürzte ebenfalls. Tot.
Stefan, ein recht junger Bursche, zog seinen Dolch und rannte, bevor Seran ihn aufhalten konnte, in die Richtung, aus der der Pfeil gekommen zu sein schien.

Ein grauenhafter Aufprall, ein lautes Knirschen und ein feuchtes Platschen folgte, ein Schrei blieb allerdings aus. Danach hörte man noch unzählige weitere, dumpfe Schläge.
Markus ergriff panisch die Flucht.

Jetzt waren nur noch Seran und Miron übrig. Sie warfen sich auf den Boden und hofften, dass sie nicht entdeckt werden würden.
Dann hörten sie Schritte. Langsame Schritte. Schwere Schritte.

Im Licht des Mondes sahen sie ihn. Den, der sie anzugreifen schien. Er trug keinen Bogen, dafür hatte er einen großen Schild und einen Morgenstern in je einer Hand. Von der Waffe tropfte eine dunkle Flüssigkeit. Unter dem Nasalhelm blitzten zwei unerbittlich dreinblickende Augen hervor. Sein Kettenhemd glänzte im Mondschein. Der Mann war gut gerüstet. Und irgendetwas stimmte nicht mit ihm.
Vielleicht bildete Seran sich das nur ein, aber ein dunkler Schleier waberte um ihn herum.

Der Mann ging nicht schlaff, er ging aufrecht und zielstrebig auf Seran und Miron zu. Die Beiden schauten sich an, nickten kurz, zogen ihre Saxe und kurz bevor der Mann sie erreichte sprangen sie beide auf und griffen ihn an.

Allerdings war der Kampf schnell vorbei.
Mit einem Hieb seines Schildes schleuderte der Angreifer Miron ein paar Meter weit durch die Luft und Seran wich zurück, nachdem der Angreifer auch seinen Schlag pariert hatte. Ein kaltes Lächeln huschte über dessen Gesicht und ohne die Augen von Seran zu nehmen ging er zu Miron, der winselnd und ächzend am Boden lag.
Er verharrte kurz, bevor er mit der Wuchtwaffe ausholte und mit einem gewaltigen Hieb, der ein Beben zu erzeugen schien, zertrümmerte er den Schädel von Serans Bruder. Blut, Gehirnmasse, Knochensplitter und Waldboden spritzten auf.

Seran rannte. Verflucht, wer oder was auch immer das gewesen war, es würde ihn nicht auch noch töten.
Nach knapp hundert Metern ließ ihn seine Kondition im Stich, aber er ging weiter.
Er musste ihn abgehängt haben, kein Mann konnte in Rüstung so schnell rennen wie er ohne Rüstung.

Hinter einem Baum versteckte er sich ohne, dass er nach hinten schaute.
Kurz lehnte er sich gegen die schwere Eiche und verschnaufte, bevor er allen Mut zusammennahm und hinter dem Baum herauslugte.
Niemand da. Er ließ sich wieder gegen den kalten Stamm fallen, schlug die Hände vor das Gesicht und konnte sich nur mit Mühe die Tränen verkneifen.
Was war da nur gerade geschehen?

Er rieb sich die schmerzenden Augen. Als er sie wieder öffnete starrte er in die zwei Öffnungen eines Brillenhelmes.


Zuletzt von Der Herold des Königs am Mo 13 März 2017 - 20:54 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Seran am Do 9 März 2017 - 14:02

Das Schreien von Ralf verstummte, als Seran die Hand von seinem Kopf nahm. Der Kopf fiel einfach nach vorne über und hing herab.
Mehr war nicht aus seinem Geist herauszubekommen. Nicht ohne ihn unmittelbar damit zu töten.
Der Elf stand auf und ließ die Spuren des Schutzkreises verschwinden und löste die Fesseln von Ralf, dessen Körper schlaff am Baum lehnte.

Ralf hob gerade seinen Kopf als Seran wieder vor ihm in die Hocke ging.
"Wasch has du mieht mir..."
Seran rammte sein Langmesser in die offene Wunde in der Seite. Wenige Sekunden später fiel Ralfs Leiche zur Seite um.

Von den Spuren her ließ Seran den Ort so zurück, dass alles danach aussah, als wäre Ralf einfach an seinen Wunden gestorben. Niemand hatte ihn gerettet, niemand hatte ihn gefragt. Er ist einfach nur einsam in der Kälte gestorben.

Er ging zurück zu den Pferden. Ihr Ziel war es nun nicht mehr Owen zu finden, sondern einfach das zu finden was Owen sucht. Wieso einem anderen Jäger folgen, wenn man auch gleich die Beute haben kann?
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Der Herold des Königs am Sa 11 März 2017 - 21:04

Seran kam zurück zu Frederik, der schon fast erleichtert wirkte, als der Elf zurückkehrte.
"Was hast Du herausgefunden?"
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Seran am Mo 13 März 2017 - 15:07

"Alles was er wusste.", erwiderte Seran als er sich zu seinem Pferd stellte und aufsitzte.
"Er war wirklich ein Teil der Truppe, welche Asdis überfallen haben und sie wussten genau wer sie war. Die Begegnung war nicht zufällig, aber ich konnte nicht herausfinden was der Grund für diesen Aufwand war.
Ihnen wurde auch Bescheid gegeben, dass Owen auf dem Weg zu ihnen ist. Sie wollten ihm ebenso auflauern. Doch in dieser Nacht war es nicht nur Owen der zu ihnen kam... ich bin mir auch nicht vollkommen sicher ob es Owen war.
Aber das andere was dort war... es war unnatürlich. Hätte ich es selbst gesehen, könnte ich womöglich genauer sagen was es war, aber durch die Augen eines Menschen war es nicht mehr als ein ungewöhnlicher und furchteinflössender Krieger. Mein Gefühl sagt mir, dass ich ihn noch mit eigenen Augen sehen werde..."
Sie waren mittlerweile weiter geritten, da Seran die grobe Richtung ihres Ziels kannte.
"Aber ich weiß wo wir weiter suchen können und wo sicher vermutlich unsere Wege mit Owen kreuzen könnten. Wir müssen nach Sturwold in der Nähe der Stadt Dreiburg"


Zuletzt von Seran am Mo 13 März 2017 - 21:39 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Der Herold des Königs am Mo 13 März 2017 - 20:56

Frederik nickte.
Er machte sich Sorgen um Sir Owen, obwohl es ihm wohl wirklich nicht zustand sich in die Angelegenheiten eines Ritters einzumischen.
Ohne ein Wort stieg er auf.

"Was tun wir, wenn dieses... Übernatürliche... vielleicht doch Sir Owen ist... oder war?"
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Seran am Mo 13 März 2017 - 22:50

Seran überlegte kurz... es waren definitiv zwei verschiedene Personen.
"Was für einen Helm trägt Owen?"
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Der Herold des Königs am Mo 13 März 2017 - 23:01

Frederik musste nicht lange überlegen.
"Einen Nasalhelm mit Brille. Wieso fragst Du? "
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Seran am Di 14 März 2017 - 15:23

"Weil Ralf 2 Personen gesehen hat und nur dieser seltsame Krieger war nicht Owen. Inwieweit dort eine Zusammenarbeit war oder der gleichzeitige Angriff Zufall war, werden wir noch herausfinden."
Seran glaubte nicht wirklich an einen Zufall. Dafür wirkte der Angriff viel zu koordiniert.
Der Tod der eigenen Frau... gäbe es einen besseren Moment für Wesen wie Chargin um Einfluss zu nehmen?
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Der Herold des Königs am Di 14 März 2017 - 20:28

Frederik war verwirrt.
"Was genau hast Du denn gesehen? Was ist da passiert? Sind sie alle tot?"

Sie ritten bereits in die Richtung von Sturwold. Zu Pferd würde die Reise etwa einen halben Tag lang dauern.
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Seran am Di 21 März 2017 - 14:46

"Sie haben Owen auflauern wollen und sind dabei selbst in eine Art Hinterhalt geraten. Dort sind alle Anwesenden gestorben.
Allerdings gibt es noch mehr von ihnen und auch ihr Anführer und andere beteiligte Personen leben noch..."

Während sie weiter ritten, gab Seran eine ausführlichere Beschreibung der Geschehnisse vor dem letzten Angriff.
Er beschrieb Orte, Personen, gab Gespräche wieder. Alles was nützlich war damit Frederik ebenso seine Augen und Ohre offen halten konnte.
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Re: Serans Suche nach Owen

Beitrag  Der Herold des Königs am Di 21 März 2017 - 19:22

Die weitere Reise verlief one besondere Vorkommnisse.
Sie trafen den ein oder anderen Reisenden, der sie misstrauisch anschaute, was aber wahrscheinlich darauf zurückzuführen war, dass so gut wie niemand den Anblick eines Elfen gewohnt waren.

So kamen sie in Sturwold an.
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Re: Serans Suche nach Owen

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