Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am Di 18 Jul 2017 - 20:36

Zur gleichen Zeit erreichte ein abgerissener Mann die Tore des Klosters und brachte einen Brief für Laerke Durenald.
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Der Herold des Königs
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Johann Lechler am Mo 31 Jul 2017 - 17:47

Nach dem Fest der Drachen.

Das im Kapitel Austreibung aufgeschlagene, vergilbte Traktatus in seinem Schoß hatte Johann schon lange Zeit vergessen. Durch dichte Wolken von Myrre und einem betäubenden Schleier von einer Kanne Tollkirschblütentee hindurch betrachtete er die sich im Wind wiegenden Baumwipfel vor seinem Fenster. Sein Ohnehin zugestelltes Arbeitszimmer wurde nun zudem von ganzen Heerscharen von Dokumenten, Folianten, Zeichnungen, Alchemikern und Salbzeug belagert. Obgleich es draußen helllichter Tag war, wirkte die Szenerie hier drinnen dunkel und beengt. Die Ereignisse des Festes hingen wie ein dunkler Schatten über dem Kleriker und drohten sich, wie ein klebriger Sirup in den Ritzen seines Geistes festzusetzen. Es waren weniger die Bilder von Ausgestellten Gliedmaßen und anderen Gräueln im Lagers des Wandels, die Erinnerungen an Verwundeten zu deren Gnadentod er aktiv beitragen musste oder das Unvermögen eine verirrte Seele zum Fährmann zu geleiten. Selbst im Zusammenspiel hätte er all dies wohl noch irgendwie verkraften oder zumindest wirkungsvoll betäuben und verdrängen können. Der kurze Einblick in die Gedankenwelt der Schreiberin und die Entsetzlichkeiten die sie erleben musste jedoch warnen letztlich der Tropfen gewesen, der den Damm brechen ließ. Alkohol und Gesang schafften es zwar, dass er zumindest die letzten Abende des Festes mit der Maske der Zufriedenheit herumlaufen konnte, nun jedoch, da er wieder in der Stille seiner Heimstadt eingekehrt war bröckelte sie von seinem Gesicht wie trockener Schorf. Zurück blieb ein matter Abglanz und wundes Fleisch. Ohne es zu merken trank er wieder einen Schluck des starken Gebräus.

Ein Räuspern hinter ihm ließ Johann zusammenfahren und riss ihn aus seinen finsteren Grübeleien. Er wand sich in seinem Stuhl um. In der Ecke neben der Tür stand immer noch Karyla Pfeilblum. Er hatte vollkommen vergessen, dass sie noch da war. Die junge Geweihte blickte ihn aus wachen, kalt-blauen Augen an. Wie so oft fröstelte dem Kämmerer unter dem Blick der Hochgewachsenen, hageren Person, in dem selbst Ungebildete den kalten Funken astralen Feuers wahrnehmen konnten. Sie hatte sich vermutlich noch nie vor besoffenem Pöbel, den sie auf nächtlichen Straßen antraf, sorgen müssen. Statt jedoch eine große Karriere in einem Zirkel anzustreben, die ihr dort sicher bevor stand, entschied sie sich bereits früh für das Priestertum und focht seither mit fast fanatischem Eifer für ein geradezu puristisch-reines Ideal von Magie. Sollte sie dies einmal wollen, könnte sie eine wirkliche erschreckende Inquisitorin werden. Selbst die langjährige Ausbildung unter Borgumils doch recht liberal veranlagten Fittichen hatten an dieser Ansicht kaum etwas ändern können. Vielleicht würde die Zeit ja ihren Teil irgendwann beitragen, wie sie es auch schon bei Johann getan hatte.

"Hm? Ja?" Entfuhr es dem Kämmerer der sich gerade selbst dabei ertappte wie er sie anstarrte.

"Ich hatte Euch gefragt ob Ihr zusätzlich zu den Büchern noch etwas anderes braucht," fragte sie mit gewohnt kalter Stimme und blickte dabei kurz, aber mit sichtlichem Missfallen auf die Tasse in Johanns Hand.

"Tatsächlich habe ich das..." Erwiderte dieser nach kurzem zögern.
"Wie geht es mit der Pflege Borgumils voran?"

"Meister Enzian schläft viel und wird immer noch von Zeit zu Zeit von Fieber geschüttelt. Er hat das schlimmste jedoch überstanden."

"Wenigstens eine Gute Nachricht." Johann seufzte. "Ich habe eine Schülerin für Euch."

"Ich nehme keine Sch..."
"Doch tust du," fuhr er ihr heftiger ins Wort als beabsichtigt. Er war erschöpft und hatte gerade wenig Kraft für Diskussionen. "Keine Widerrede!"

"Wie Ihr wünscht." Karyla blickte ihn kalt an.

"Es geht um eine gewisse Salome Reuss."

"Die inquisitionel gesuchte Ketzerin?!" Karylas Ton wurde bedrohlich

"Die Asylsuchende! Sie steht jetzt und in Zukunft unter dem speziellen Schutz des Ordens. Bereitet für sie eine Zelle in Tempalnähe vor. Sie ist gerade erst erwacht. Seid darum nachsichtig."

"Aber..."

"Kein aber! Das war keine Bitte, das war eine Weisung!"

"...Ja ...Herr"

"Ihr dürft nun gehen. Ich werde später noch einmal selbst nach Bruder Borgumil sehen."

Ohne ein weiteres Wort schritt sie energisch aus dem Arbeitszimmer. Der Windzug der offenen Tür ließ die Wolken von Myrre tanzen. Aus Gewohnheit griff Johann an die stelle an der sonst der Stern hing. Erst nachdem seine Hand mehrmals ins leere Griff wurde dem Kämmerer dessen fehlen wieder bewusst.

Salome,
dachte er,
arme Salome.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Bogumil Wenzelaus am Di 1 Aug 2017 - 20:02

Bogumil rümpfte seine Nase. Er hatte zwar ein eigenes Zimmer bekommen aber diese Unterkunft war ohne umschweife das Letzte. Die Rattenscheiße lag überall herum und es Stank nach Schweiß, als wäre dies das Zimmer eines Korpulationswütigen Handwerksgesellen in seinen letzten Jahren gewesen.
Noch minder begeistert war er davon, dass dieser Raum zwar eine Tür aber kein Fenster besaß. Dauernder Kerzenschein raubte ihm nicht nur die Laune sondern auch noch die Luft. So ging das nicht weiter. Erneut Stieß er die Tür auf und versuchte etwas das wie ein Lumpen aussah unter die Tür zu klemmen bevor sie als er sich umdrehte ihm wieder im voller kraft in den Rücken und er so vorn über fiel.
Nun Tastete er mit seinen Händen auch noch in diesem Unrat herum um seinen Zwicker wieder zu finden. Ah da war er ja. Oder auch nicht. VERDAMMTE SCHEI** - der Gestank war unerträglich als Bogumil den Unrat breitwischte und neu Aufbrach. Er fand seine Brille aber auch diese war nun mit Unrat bedeckt. Feucht geworden lief dieses abartige Gemisch zwischen die Fassung der Gläser. Wütend stampfte er mit seinen Fuß auf als er sich aufrichtete, was nur zur folge hatte, dass seine Tasche auf den Boden fiel.
Ich atme ein... ich atme aus...
Bogumil beruhigte sich langsam. Er hob zitternd vor Wut seine Tasche auf und nahm den Brief, den er vorher beim Kerzenschein geschrieben hatte, an sich um ihm denjenigen zu geben, der hier dafür verantwortlich war, die Post aus dem Kloster heraus zu bringen und machte sich auf den Weg zum Kämmerer. Der Lechler hatte bald ausgelächelt, wenn ich diesen Lappen in die Hände bekomme.
Wutschnaubend lief er an einer ebenfalls kalt dreinblickenden Ordensfrau vorbei, die ihre Nase rümpfte als er an ihr vorbeischritt.
Noch einen Schwung zunehmend schritt er an die Tür und Klopfte energisch an die Tür des Kämmerers.
Schwer atmend zog er die Tür ungefragt auf und Blickte finster in den Raum.
"Ihr! IHR! Was wagt IHR es mich in dieses Loch zu stecken!" Er war laut, laut genug um Johann Lechler von seiner Arbeit oder aus dem Schlaf der Seligen zu reißen.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Johann Lechler am Di 1 Aug 2017 - 20:47

Die Schwaden von Myrre kamen wieder in Bewegung.

Johann trank die Tasse in seiner Hand bis auf den letzten Tropfen aus, stellt sie auf einen Stapel Bücher der gegenwärtig als Fensterbank fungierte und rieb sich die müden Augen mit Daumen und Zeigefinger. Dann drehte er sich langsam in seinem reichverzierten Stuhl um. Wäre der angelaufene Spiegel in der Ecke des Raumes nicht gewesen, Bogomil wäre nicht aufgefallen wie sich bei dieser Bewegung ein höfliches, fast fröhliches Lächeln in die erschöpften und besorgten Gesichtszüge des Geweihten meißelte.

"Auch mich freut es, Euch wieder zu sehen. Nur muss ich mich fragen, was Ihr wollt? Ich gewahr euch ein Quartier welches eigentlich unseren Ordenskriegern und Priestern vorbehalten ist, eines das im Winter geheizt und im Sommer gelüftet werden kann. Ihr habt es abgelehnt, weil euch die Schmiede zu nah war. Stattdessen wolltet ihr einen Sicheren und gut befestigten Raum. Also ließ ich extra für Euch einen Vorratskeller räumen und habe dem Schmied aufgetragen ein Schloss für die Tür anzufertigen sobald er Zeit findet."
Johanns stimme wurde leise und schneidend. Das Grinsen blieb.
"Ich brachte mich sogar an den Rand eines inquisitionellen Gerichtsverfahren um Euch den Erwerb seltener Alchemiker zu ermöglichen und gestattete Euch jede Freiheit die Ihr wünschtet. Und doch kommt ihr ungebeten in meine privaten Quartiere, stört mich in meiner wohl verdienten Ruhe und macht mir vorwürfe. Erhellt mich. Wann genau habe ich euch in meiner grenzenlosen Geduld unrecht getan."
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Bogumil Wenzelaus am Di 1 Aug 2017 - 23:26

Bogumils Augen verengten sich
"grenzenlose Geduld?" Bogumil schnaubte "Wir sprachen von meinem Labor! Nicht von meiner Bettstatt! Nun ist nach wie vor der Glassatz den schmutzigen Kinderhänden ausgeliefert. Wisst Ihr was ich neulich in einen der Truhen fand? Ein Büschel Haar, dass um ein Apfelkerngehäuse gebunden war und in die Destille gerammt wurde. Als Korken nutzten diese Bälger eine Pflaume samt Kern. Was die Alchemika betrifft, dafür habt dank nur muss ich die Pflanze eintopfen um Setzlinge zu ziehen. Dafür brauche ich zumindest ein Fenster und dass ist weder im Keller noch in der, Ihr nennt es Speisekammer.
Verzeiht mir bitte meine Aufgebrachtheit aber nachdem Gestern mir jemand ein faules, rohes Ei unter die Bettdecke gelegt hat stinkt nicht nur der Raum sondern auch noch die gesamte Bettstadt! Wie soll ich in diesen Verhältnissen Arbeiten! Soll ich in den Keller ziehen und mir eine Lungenentzündung einholen? Die Steine Weinen! Nicht der Beste Ort um sein Leben auszuhusten, wenn ihr mich Fragt.
Ihr Erwartet doch nicht ernsthaft, dass ich mein Labor zum Schlafplatz machen soll? Zudem Sprach ich mich gegen die Räumlichkeiten oberhalb der Schmiede aus aufgrund des Feuers, dass dort Brennt, das Potentiell meine Alchemika und mein Labor bei einem Brand vernichten könnte, meine Ganze Arbeit!
Nun Gut, der Raum den Ihr Für meine Bettstatt hergegeben habt ist fast nahezu ideal für ein Labor, nur fehlt es in diesem an einem Abzug, also ein Kamin. Eine Kleine Glasrosette, die licht durch die oberen Stockwerke Fallen lassen würde wäre zudem noch eine unabdingbare Ergänzung.
Aber in dem Jetziegen zustand ist dies inakzeptabel. Ich kann nicht einmal den Schwefel abseien, da sonst im Nachbarzimmer die Vorräte verderben."

Bogumil wurde während er vor sich hin polterte langsam immer Blasser, ihm trat kalter Schweiß auf die Stirn und er schwankte leicht.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Johann Lechler am Mi 2 Aug 2017 - 0:51

Johann lauschte mit ungerührter Miene. Beiläufig türmte er daumennagelgroße Stücke von Myrre auf der Rauchschale auf. Normalerweise verschaffte ihm dieser Dunst, der mittlerweile selbst das hereinfallende Sonnenlicht zu trüben schien, etwas Entspannung. Doch selbst in Verbindung mit dem Tee merkte er wie es unheilverkündend aus dem Dunkel seines Bewusstseins herauf brodelte.

"Nun," sagte er, nachdem der Alchemist geendet hatte mit ruhiger aber knartschender Stimme.
"Obgleich nur wenige Meilen von hier ein sterbender Druidenhain liegt, was für die ganze Region dahinraffen könnte;
und obgleich ebenso wenige Meilen von hier Dörfler von blinder Furcht getrieben ihre Nächsten als vermeintliche Vampire niederschlagen, angestachelt von Ammenmärchen und Dummheit;
obwohl unsere eigenen Mauern von Angriffen der Kinder des Neiders erschüttert werden;
unsere eigene ...möchtegern-"Dachorganisation" uns sabotiert
und unser Ordensmeister zum Krieg gegen irgendwelche Baum anbetenden Heiden gerufen hat;
auch wenn wir Besuch erwarten der kaum seine eigene Vergangenheit stemmen kann, geschweige denn seine Zukunft, aber einen der ältesten und finstersten Schrecken des Vergessens hinter sich herzieht;
obgleich wir uns also an der Schwelle zum Abgrund befinden, sehenden Auges weiter drauf zuhalten und gelinde gesagt anfangen sollten unsere letzten Gebete zu machen;
werde ich versuchen Eure dies alles überschattenden Probleme mit oberster Priorität zu behandeln. Ist es das was ihr wollt?"

Während er sprach stand er langsam auf stützt sich schwer auf seinem Schreibtisch und auf den darauf liegenden Büchern über Dämonologie, Besessenheit, Austreibung und arkanes Erwachen ab. Weit nach vorne gelehnt blickte er Bogumil mit zusammengekniffenen, blutunterlaufenen Augen an. Das Grinsen, das immer noch im Gesicht des Geistlichen prangte war mittlerweile zu einer freudlosen Grimasse verkommen.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Bogumil Wenzelaus am Do 3 Aug 2017 - 15:00

Bogumil überhörte die scharfen Worte und die Spitzfindigkeiten, er nickte eifrig. "Ja, ja! Genau dies, habt Dank für euer Verständniss."
Besorgt besah er sich dem Dampfendem Myrrestapel, der durch Lechler noch zusätzlich, und seiner empfingung nach unnötig, aufgehäuft wurde.
"Sodann werde ich meine Bettstadt in das Zimmer über der Schmiede verlegen und das Labor Stück für Stück aus dem Keller in das doch dafür angedachte Zimmer bringen lassen, nachdem man sich des Urats dort angenommen hat." Vor sich hin brummelnd machte er sich zurück auf den Weg zur Tür.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am Di 8 Aug 2017 - 8:23

Johanns Gesicht zerbrach wie eine Porzellanmaske in die man ein Stein geworfen hatte. langsam sackte er auf seinen Stuhl zurück.
"Ja... Gewiss... Gern geschehen," brachte er noch heraus.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Bogumil Wenzelaus am Mi 9 Aug 2017 - 9:42

Bogumil drehte sich noch einmal zu Johann um. Irrte er sich oder klang da eben etwas in der Stimme mit?
Oh um der Achte willen! Wie Sah der Kämmerer den aus? War er Blass, oder sah er nicht immer so aus mit seinen Augenringen?
"Em" Bogumil räusperte sich "Geht... es euch gut?" Er besah sich das zusammengesunkene überarbeitete Elend an, konnte es aber nicht recht deuten.
Daher versuchte er sich dessen zu besinnen, was der Kämmerer in der Konversation bisher gesagt hatte. Da war etwas dabei gewesen, was ihn an etwas erinnerte:
"Ihr sagtet etwas von Vangpiren? Was hat es damit auf sich? Ich unterhielt mich einmal mit einem Dörfler, der mir davon Berichtete, dass Andur sich der Sache annehmen würde?“

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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am Mi 9 Aug 2017 - 9:57

"Ja,
sagte Johann immer noch fassungslos,
"wie man die Monster unter einem Kinderbett Vertreibt.
Du weißt, dass da keine sind, trotzdem verjagst Du sie damit das Kind schlafen kann.
...
Wir haben keine Vampire."
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Johann Lechler am So 27 Aug 2017 - 10:25

"Ach," fügte er nach kurzer Pause hinzu, "wenn Ihr schon mal da seid. Wir werden große Mengen an Salpeter, getrocknetem und gestoßenem Lavendel, und Armoni... Ammoniumnint... Brandsalz brauchen. Stellt dies doch bitte her. Wir werden bald einen Gast beherbergen der... dem besonderen Schutz widerfahren soll. Ich wäre doch gerne vorbereitet."
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Bogumil Wenzelaus am So 27 Aug 2017 - 12:07

Bogumil hatte schon einige Salpeterblüten gesehen, denen er bereits zur leibe rücken wollte, daher nickte er. Der Lavendel war auch einfach aus dem Klostergarten zu beziehen, wobei dieser normalerweise erst im Hochsommer seine ganze kraft entfaltet, vielleicht waren noch andere, getrocknete, Lavendelbündel im Kloster aufzutreiben. Zu der Erstellung des Brandsalzes, dass Johann von ihm forderte, würde einiges mehr an Arbeit fällig werden.
Doch zuerst musste er einen Brief an den Baron verfassen, bevor nach dem Fest der Drachen zu viel Zeit verging und der Baron seiner Verpflichtung ihm gegenüber nicht mehr nachkommen würde.

"Gut, ich werde mich darum kümmern."
Bogumil verließ die Kammer des Kämmerers und begab sich in den Innenhof, in dem er ein wenig Licht hatte, im Gegensatz zu seiner Kammer, in dem er den Brief Schreiben konnte. Mit Adresse und Siegel versehen sollte nichts schief gehen.
Anschließend suchte er einen Jungen auf, dessen Nase ihm schon ein wenig bekannt vorkam.
"Hier Junge, bring diesen Brief zur Ordenspost, so dass, wenn beim nächsten mal die Post vorbeikommt, der Brief gleich mitgenommen wird."

zufrieden machte Bogumil sich auf in die Keller um dort die weißen kristallinen Strukturen von den Wänden zu kratzen.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Johann Lechler am Mo 28 Aug 2017 - 18:37

Johann trat ans Fenster und blickte nachdenklich hinaus. Gewiss hatte er den Alchemisten mit einer leicht überspitzen Darlegung der Situation erschrecken wollen...

Übertreibung ist ein Stilmittel.

...etwas Warheit steckte da aber schon drin. Generell vertraute der Geweihte darauf, dass Malv ihm schon irgendwie unter die Arme fassen würde. Und meistens tat er dies auch.

Sonst hätten sie dich im Land der Drachen auch gesteinigt.

Nur hatte er es nun doch mit einer ganzen Reihe an unkalkulierbaren Faktoren zu tun. Mehr als ihm lieb waren. Das fing schon mit der Frage an, wo Salome blieb. Er hatte sie an diesem oder am kommenden Tag erwartet. Es war also noch etwas Zeit. Die brauchte er auch um sich weiter vorberieten zu können. Dennoch nagte Ungeduld an seinem Hirn.

Och, was soll schon passieren. Alleine da draußen.

Sollte sie Morgen nicht da sein, würde er ihr einfach einen Trupp entgegen schicken. Sicher ist sicher.
Er wand dem Fenster den Rücken zu, umrundete seinen Schreibtisch und öffnete die Tür zum Flur. "Dintra?!", rief er, in der Hoffnung sie möge in der Nähe sein. Ein Molliges Gesicht erschien beinahe augenblicklich in einer der Türen. "Ah, fantastisch! Wir erwarten einen Gast. Bereitet ihm doch bitte eine Zelle in direkter Nähe zum Tempal vor."
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am Fr 1 Sep 2017 - 13:49

Am nächsten Morgen, aber schon einige Stunden nachdem Johann seine innere Unruhe nicht mehr hatte zügeln können und einen kleinen Trupp Reiter losgeschickt hatte, erreichte ein Bote das Kloster. Der junge Mann fragte am Tor nach dem obersten Ordensmitglied, das zur Zeit anwesend sei, und verwies auf einen dringenden Brief, den er zu überbringen habe.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Johann Lechler am Fr 1 Sep 2017 - 18:18

Johann, der ohnehin gerade nervös im Hof auf und ab ging und sich sofort erwartungsfroh umgewandt hatte als er Geräusche vom Tor hörte, war mit wenigen Schritten beim Boten.
"Ich kann es gerne dem Meister überbringen und mich vorerst auch selbst darum kümmern!"
Das ohnehin geplagte Äußere des Kämmerers wies nun auch noch die Spuren einer schlaflosen Nacht auf. Zudem spürte er, dass der belebende Kräutersud den er vor der ersten Samantkunft getrunken hatte, stärker war als gedacht.










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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am Fr 1 Sep 2017 - 18:47

Der Bote betrachtete den Kämmerer zweifelnd, doch dann siegte die Bequemlichkeit über das Pflichtbewusstsein und er reichte ihm den versiegelten Brief.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Johann Lechler am Fr 1 Sep 2017 - 19:36

Johann bedachte den Man noch mit einem kurzen Nicken und betrachtete beim weggehen das Siegel. Er verließ den Hof gen Remter, durchquerte diesen und ging direkt zu Andurs Gemächern.
"Meister Barax?", fragte er laut durch die verschlossene Tür. "Es gibt Post."
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Johann Lechler am So 3 Sep 2017 - 17:25

Der Kämmer zuckte nach einigen Augenblicken mit den Schultern.

Tragisch. Du hast alles in deiner Macht stehende versucht.

Dann brach er kurzerhand das Siegel.

Wenn es eilt, ist es so wohl am besten.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Johann Lechler am So 3 Sep 2017 - 18:11

Der Prediger hob eine Augenbraue.
"Bekommt erst mal euren eigenen Scheiß auf die Reihe bevor ihr wirr in alle Lande hinaus brüllt,"
sagte er leise zu sich, Kennzeichnete das Papier mit einem Grafitstift "Geöffnet und gelesen. J.L." und schob es unter der Tür hindurch

Wehe irgend so ein übereifriger Fremder mischt sich in unsere Angelegenheiten ein.

Sein Weg führte Johann weiter zum Archiv. Er nahm sich 'Dem Abgrund sein Gelumpe und wie der tapfre Amsivare sich erwehren tut', welches er der Form halber noch einmal durchschauen wollte und wand sich, bevor er wieder ging an einen Novizen der gerade Flugschriften vervielfältigte:
"Bruder, seid doch so gut und schaut einmal in den Registern nach. Was steht denn da zum Namen Gylve Lovgren. Gylve mit Y und V, Lovgren auch mit V. Wenn Ihr es habt, sucht mich doch bitte einmal auf. Danke!"
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am So 3 Sep 2017 - 19:41

Am Nachmittag klopfte eben jener Novize an Johanns Tür. Er wirkte abgespannt, aber auch erleichtert.
"Gylve Lovgren, richtig? Ich hätte den Namen wohl niemals gefunden wäre mir nicht dieser Brief aus Astranat zufällig in die Hände gefallen. Gunnar von Lavenbruch ist der neue Inquisitor von Baliho. Wurde gerade erst nach der Belagerung eingesetzt. Er ist aber noch nicht nach Baliho gereist, wies aussieht ist er noch nicht mal aus Astranat aufgebrochen. Hat nur seinen Kämmerer geschickt um ihn zu vertreten und 'die Stadt auf die Ankunft des großen Inquisitors vorzubereiten'. Und dass ist besagter Gylve Lovgren! Mehr Informationen konnte ich zu ihm nicht finden, scheint ein unbeschriebenes Blatt zu sein.

Braucht ihr noch etwas?"
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Johann Lechler am Di 21 Nov 2017 - 10:31

"Lästig."

Sagte Johann bloß und schlug dabei lautstark den großen Folianten über dem er gerade beinahe eingedöst war.
Er hatte darauf gehofft, dass sich nur irgend ein dahergelaufener Idiot wichtig machen wollte.
Anderer Seits wusste er im Moment ja tatsächlich nicht wo Salome steckte. Und wenn doch... Das war doch sicher der Böse Einfluss in ihr, der ketzerisch war. Sie nicht. Sollte man diesen doch nach Astranat schicken. Da wäre er ja wenigstens unter seines Gleichen... Nur wie verkauft man das gescheit?...
Der Blick des Geweihten wanderte ins Leere während er grübelte.

Fast zufällig nahm er den Novizen war, der immer noch im Türspalt stand der frische Luft in den nasskalten Dunst des Arbeitszimmers blies.
"Was? Aye. Fragt doch bitte einmal bei Meister Barax nach, ob er mir wohl ein paar Minuten gewähren würde.

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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am Di 21 Nov 2017 - 12:39

Der Novize schreckte hoch als Johann ihn ansprech, offenbar hatte er nicht mehr mit einer Antwort gerechnet und sich in der erstaunten Betrachtung des Arbeitszimmers verloren. Jetzt stammelte er "Ja, natürlich, sofort." und fiel mehr aus der Tür als das er ging, wobei er diese mit etwas zu viel Schwung hinter sich zuzog.

Kurze zeit später klopfte es zaghaft an der Tür zu Andurs Gemächern.
"Meister Barax?", die hohe unsichere Stimme des Novizen drang nur leise durch das dicke Holz der Tür "Euer Kämmerer lässt fragen ob ihr einen Moment eurer Zeit entbehren könnt?"
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