Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

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Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am So 15 Jan 2017 - 12:00

[Sobald bereit, geht es hier weiter]
Gerade als Hellmar aufbrach hörte der schon seit Stunden abnehmende Schneefall gänzlich auf und die Sonne ließ die weißen Dächer der Hütten, die zum Fuß der Motte lagen, funkeln. Ein paar halbstarke bewarfen sich unweit einer Kutscherei lautstark mit Schneebällen, während sie missbilligend von einem alten Reisigverkäufer am Straßenrand beobachtet wurde. Auf einer kleinen Straße nahe der Kutscherei kam gerade eine pausbäckige Frau mit Kopftuch und Bauchladen daher. Mit dem heißen Eisen wurde

"Wonne und Glügsehligkeit,
nirgens so billich wie hir"

auf diesen geschrieben.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Hellmar Discher am So 15 Jan 2017 - 14:11

Hellmar kam trat näher, um die Auslegeware zu betrachten.

"Hallo güde Frau, Wonne und Glückselichkeit brük ick immer. Wat hast dü denn tao verkopen?"
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Hellmar Discher
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am So 15 Jan 2017 - 17:10

Mit einem geradezu großmütterlichem Lächeln deutete sie auf die zu meist halb-gefüllten Flaschen vor sich:
"Fast jede Art, würzich und kräftich, süß und Herb, oder auch ganz mild." In ihrem Atem lag eine Idee davon, dass sie selbst auch ein Freund von Wonne war.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Hellmar Discher am So 15 Jan 2017 - 18:02

"Wat schall denn eine Flasche vom würzichen kosten?" fragte Hellmar die alte Frau. "Und kannst dü mick noch ne Frage beantworn? Ich bin oppm Wech noan Kloster, wie lang brük ick doa ta Fautn för? Und gift dat oopm Wech doahen vielleicht nen Burnhoff, oder ne Schenke wo ick die Nacht underkom kann?"
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am So 15 Jan 2017 - 18:13

"Nur Schanks mein Lieber," entgegnete sie lächelnd, "und immer einen Taler. Zum Orden willst Du? Wenn du früh morgens los stiefelst, bist du im Abendgrau'n da. Wenn du nu' los willst... Dann schaffst du es bis zum Abend.. Hmm. "
Nach kurzer Überlegung fügte sie hinzu: "Die Drei Tannen solltest's erreichen können. Das is' eine Herberge an der Kreuzung von der Reichsstraße mit der Alten Grenzstraße.
Also? Kopf im Nacken?"
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Hellmar Discher am So 15 Jan 2017 - 18:30

"Na dann giff mick man nen Schluck, vielleicht helpet mick dat ja biem lupen" Hellmar reichte der Dame die fälligen Münzen und lehrte den Becher in einem Zug.
"Also, ick moss dann wohl wieher", sagte der Tischler, fasste sich zum Gruß an die Kapuze und stapfte, auf seinen Wanderstecken gestützt, eilends die Straße entlang. Bevor es dunkel wurde, wollte er die Schenke erreicht haben. Schließlich war er nicht scharf darauf, bei der Eiseskälte im freien zu schlafen.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am So 15 Jan 2017 - 19:00

Die Straße war gut begehbar. Zwar hatte es in der Vergangenheit viel geschneit, doch hatten bereits etliche Reiter, Fuhrwerke und Wanderer Schneisen in die weiße Decke gefurcht. Der auf gewöhnungsbedürftige weise nach Rüben schmeckende Fusel tat sein Übrigens und wärmte von innen. Alles in allem deutete nichts darauf hin, dass es auf dem Marsch zu Schwierigkeiten kommen könnte. Einziger Wermutstropfen war der Anblick einer finster drein blickenden Bande in der behelfsmäßige Uniform einer Dorfgarde, die gerade an einem kahlen Baum unweit der Straße ein Seil mit einer Schlaufe befestigte. Umringt waren sie von einem guten Dutzend Schaulustiger. Zwischen diesen stand auch ein junger Mann, fast noch ein Knabe, in abgerissenen Lumpen und Eisenfesseln an Händen und Füßen. Misstrauisch beäugte einer der Gardisten Hellmar als dieser vorüber ging.

Schon weit nach der Dämmerung, etwa zur dritten Stunde der Nacht, erreichte der Handwerker eine kleine, einstöckige Hütte auf dessen Fachwerk neben dem Eingang unbeholfen 3 Tannen gemalt waren. Woher die Herberger diesen Namen hatte erschloss sich jedoch nicht. Sie stand auf einer Anhöhe von der aus man, trotz Wolkenverhangenem Nachthimmel, überraschend weit ins Land blicken konnte. Tannen waren im Umkreis von mindestens einer Meile nicht zu finden, sondern nur eine große schneebedeckte Ebene, die unterbrochen war von Mäuerchen aus Findlingen.

Es strömte der Geruch von Kohl und gebratenen Kartoffeln aus dem Reetgedeckten Häuschen, sowie der vertraute Klang einer heftigen Rauferei.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Hellmar Discher am So 15 Jan 2017 - 19:07

Hellmar war froh, als er endlich das kleine Häuschen auf der Anhöhe erblickte, der Weg hatte sich länger hingezogen als erwartet und er beschleunigte seinen Schritt, um endlich ins warme zu kommen. Der Geruch einer warmen Mahlzeit stieg ihm verführerisch in die Nase und trieb ihn zur Eile an.




An der Tür angekommen, hielt er kurz inne, klopfte dann dreimal gegen die Tür um einen Moment später einzutreten.


Zuletzt von Hellmar Discher am Di 17 Jan 2017 - 14:36 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Bogumil Wenzelaus am So 15 Jan 2017 - 23:12

Ein silberner Gegenstand flog durch die Luft und traf in circa 2 Schritt Entfernung von Hellmar die Wand. Eine klare Flüssigkeit spritzte aus dem Gegenstand und als er auf dem Boden fiel blieb er schräg über Kopf liegen. Ein silbernen flachen Zylinder und nun verteilte sich eine stark nach hochprozentigem Alkohol riechende Flüssigkeit auf dem Boden. Ein Mann hetzte hinter dem Zylinder her und klaubte unterwegs von einem Stuhl etwas auf. "Banausen!" rief er.

Was davor geschah
Bogomil war in einer Taverne eingekehrt, die zumindest Schutz vor dem Schnee bot, aber nicht vollständig vor der kälte. Nachdem er gegessen hatte, reinigte er seinen Alkoholbrenner um Verunreinigungen beim Abbrennen des Dochtes vorzubeugen. Nur hatte er nicht daran gedacht, dass bei einer Alkoholknappheit, verursacht durch diese Grünhäute, und die bittere vorherrschende Kälte der ein oder andere mittellose Mensch aufdringlich werden würde. Erst hatte er versucht den geifernden und sich über die Lippen leckenden alten Bauern zu ignorieren, doch war es denn die Höhe?!, als dieser belanglos bei einem kleinen Schwätzchen versuchte Bogumil den Brenner zu entwenden um sich daraus einen Schluck zu genehmigen. Bei der darauf folgenden Rangelei, flog der Brenner durch den Raum, verlor den darin doch soeben gereinigten Docht, der zum glücke des Alchemisten auf einem Stuhl und nicht auf dem Boden landete. Doch der Alkohol, der schöne gute Alkohol! So teuer dieser Zeiten, ward halb verschüttet.

So kam es, dass er vor einem Mann stand, der soeben die Tür geöffnet und einen Schwung kalte Luft in den Raum ließ, der nun doch merklich wärmer gewesen war als bevor die geöffnete Tür dazu einlied den Rest an eine sternenklare Herbstnacht vor Wintereinbruch erinnernden Wärme in die Freiheit zu entlassen.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Hellmar Discher am So 15 Jan 2017 - 23:38

Hellmar schaute auf den silberfarbenen Zylinder in der Hand des Mannes, welcher ihm nun gegenüber stand. Ohne den Kopf zu bewegen, blickte er an die Stelle, an der der Gegenstand bis eben noch gelegen hatte. Dann -wieder ohne den Kopf zu bewegen- prüfte er die anderen Gäste und den Raum. Anschließend wanderten seine Augen zum Wirt herüber (welcher wie angewurzelt hinter dem Tresen stand) und schließlich wieder auf die bärtige, hagere Gestalt vor ihm.

Einen Moment lang herrschte absolute Stille im Raum, bis Hellmar das Wort ergriff: "Ick brück nen Platz för de Nacht, wat tao Eten hiete Oabend und för morjen Früh."
Es dauerte einen Moment, doch dann rührte sich der Wirt. "Wenn dus bezahln kannst.... Essn ist aufm Herd und wenn alle gegessen haben, werden die Tische und Bänke an die Wände gestellt und Mattn aufm Bodn gelegt. Da is bstimmt nochn Platz fürn weiteren"

Hellmar nickte dem Mann ihm gegenüber zu, schob sich dann an ihm vorbei und nahm an einem der leeren Tische platz. "Hest dü nochn Bier för mick?", fragte er an den Wirt gerichtet, als dieser Kohl und Kartoffeln vor Hellmar auf den Tisch stellte. Doch der Wirt brummelte nur irgendwas von "nix mehr" in seinen Bart und stellte ihm stattdessen einen Krug Wasser hin. Leicht enttäuscht griff Hellmar danach und begann sein Mal.

Während er aß, betrachtete er interessiert den Mann, welcher ihm beim Eintreten gegenüber stand. Dieser war gerade dabei seinen Kram wieder zusammen zu sammeln.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Bogumil Wenzelaus am Mo 16 Jan 2017 - 0:36

Leicht angegräzt darüber, dass der Nuschelkopf anscheinend nicht in der Lage gewesen war die Tür zu schließen und nun auch der letzte Rest Wärme den Raum fluchtartig auf dem Weg nach Draußen verlassen hat, war es an den menschlichen Körpern und an dem bisschen Glut, die vom Windstoß kurz angefacht noch einen letzten hauch des Sterbenden, zur wärme der Nachtruhe beizutragen.
Zerknirscht setzte sich Bogumil neben den Fremden, um möglichst viel abstand zwischen sich und dem Säufer zu bringen. Der neue hatte wenigstens nicht an seinen Sachen rumgefummelt. Mit leicht vor kälte zitternden Händen betrachtete er nun seinen Brenner um mögliche Schäden auszumachen. Eine kleine Beule - sollte aber nicht zur Dysfunktion der punktuellen Wärmeleistung führen. Auch die Begutachtung nach Verunreinigung war schnell erledigt und zufrieden Steckte er die Kappe auf den Brenner um diesen anschließend in seinem Holzrucksack zu verstauen. So unbequem er war, half er doch, alles sicher an die Orte zu bringen, die er versuchte aufzusuchen.

Die Blicke des Fremden schienen Bogumil zu entgehen, zu beschäftigt und eingenommen war er mit seinem Geschäft, zudem seine Nase nicht aufhören wollte zu laufen. Dieses ständige Schniefen bereitete ihm Kopfschmerzen.
Doch nachdem es in Seinen Kleidern und im Raum wieder etwas wärmer wurde und er seine Konzentration senkte und anderen belanglosen dingen wie Fragen zuzuwenden wann diese Hütte wohl gebaut worden war und ob sie dieses Schneetreiben die Nacht wohl überstehen würde, bemerkte er die Blicke.
"Was treibt euch in diese Gegend? Fremder kann ich euch nicht nennen, da ich selber der Fremde in diesen Landen bin. Oder stammt ihr von hier?"
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Hellmar Discher am Mo 16 Jan 2017 - 1:09

Hellmar gab sich schweigend seinem Mahl hin, das einfache essen schmeckte nach dem langen Fußmarsch vorzüglich und auch die Trauer um das fehlende Bier hielt sich in Grenzen. Das innere der Schenke war angenehm warm, aber vielleicht wurde ihm auch jetzt erst bewusst wie kalt es draussen geworden war. Der Tag hätte angenehm ruhig ausklingen können, aber das geschniefe von dem bärtigen Heini neben ihm raubte ihm den letzten Nerv. Und dann brabbelte er noch irgendwelches unverständliches Zeug in seinen Bart, während er seinen Zylinder einem prüfenden Blick unterzog.

Nachdem der Fremde Hellmar seine Frage gestellt hatte, zuppelte Hellmar ersteinmal ein Taschentuch aus seiner Umhängetasche. Das geschniefe hielt er nicht mehr aus.

"För diene Nese" antwortete er knapp, "Und nein, ick komm nich von hier, oaber ick leve jetzt ob der Motte Bärenfels. Oaber dü kummst wohl von wieher wech, wat?"
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Johann Lechler am Mo 16 Jan 2017 - 15:12

"Nein, es ist wirklich nicht nötig, dass Ihr alle hierbleibt.
Was?
Die Handwerker sind doch auch anderweitig untergekommen!
Hä?
Lieber Bruder, es hat doch keinen Sinn noch mehr zu heizen, solange der Halbe Ostflügel weder verglast noch gänzlich gedeckt ist.
Wie Bitte?
Aber Schwester beruhige dich doch! Natürlich kommt der Orden für die Winterquartiere auf.
Was?
ALSO NUN REICHT'S ABER! Wie in Tyrs Namen sollen die Bauarbeiter denn schändlich mit Weihgegenständen umgehen, wenn von denen KEIN EINZIGER mehr hier ist!
Nein! Aus! Ende der Diskussion!
Die von Euch die hierblieben müssen... Genau Ihr da! ...werden ihren Dienst weiter verrichten. Alle anderen werden morgen nach dem Frühgebet verabschiedet. Wir sehen uns dann wieder wenn der Schnee taut.
Hmm?
Das sagte ich doch schon! Wir können nicht den ganzen Laden hier heizen und ich habe keine Lust, dass sich hier noch wer den Tod holt!
...
WEIL DAS HIER IMMER NOCH EINE BAUSTELLE IST! EINE GERuhsame nacht wünsch ich! Wir sehen uns beim Frühgebet! Mögen die Götter über euren Schlaf wachen! ÜBER EUREN BALDIGEN!"

Johann ließ die Gruppe aufgebrachter Novizen stehen und stürmte genervt in seine Gemächer. Von der ganzen Szene hatte er Kopfschmerzen bekommen.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am Di 17 Jan 2017 - 12:13

Es hatte sich mittlerweile eine schläfrige Stille über die Versammelten gelegt. Selbst der abstinente Raufbold hatte sich schweigsam in eine Ecke zurückgezogen und sinnierte über sein bedauernswertes Schicksal. Die Stummel der wenigen Talkkerzen die die Gaststube erübrigen wollten flackerten und verglimmten allmählich eine nach der anderen wie letzte Streiter im aussichtslosem Kampf gegen die Dunkelheit.
"So Männers, Seht zu das'a fertich werd'," grunzte der Wirt in seinen ungepflegten Bart hinein und Stand von seinem Hocker hinter dem Tresen auf. Schlurfen ging er Richtung Tür, verriegelte sie und hing außerdem einen Bund alten Knoblauchs an den Riegel.
Daraufhin wies er die Gäste an Platz zu schaffen, während er aus einer Giebelluke Strohsäcke herausangelte.
"Un wenn einer von euch heut' Nacht piss'n muss. dann macht'er hinter sich wieder gut zu. Klar?"
Mit einem Knappen Nicken verabschiedete er sich und begab sich in das einzige vorhandene Nebenzimmer, nicht aber ohne zuvor noch Großzügig einen Dicken Stump aus Wurzelholz ins Herdfeuer zu legen der dort nun zischend vor sich hin qualmte.

[So in der Nacht nichts mehr geschehen soll, kann am Morgen abgereist werden.]
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Hellmar Discher am Mi 18 Jan 2017 - 8:56

Hellmar raffte sich auf. Es war klamm in der Herberge, denn das Feuer war des Nächtens ausgegangen und die Kälte zog durch die Ritzen der Wände.

Er und die restlichen Gäste nahmen ein karges Mal zu sich, wobei keiner ein Wort von sich gab. Offensichtlich war allen so lausig zumute.
Apropos lausig. Dieser Juckreiz, der mitten in der Nacht angefangen hatte.... Hellmar hoffte inständig dass die Fette, die sich in der Nacht an ihn angekuschelt und ihren Arm um ihn gelegt hatte, ihm keine Läuse beschert hatte. Die halbe Nacht hatte er versucht von ihr weg zu robben, aber sie kam, wie die Motten zum Licht, immer gleich hinterher und hielt ihn jedes mal stärker fest.
Hellmar schüttelte sich und dieses mal lag es nicht an der Kälte.......

Er machte sich, so früh wie irgend möglich, wieder auf den Weg zu, Kloster.

Vielleicht hätten die Mönche ja ein Mittel gegen diesen leidigen Juckreiz.


Er hasste Herbergen....


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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Johann Lechler am Mi 18 Jan 2017 - 12:08

Der Innenhof des Klosters von dem aus ein Tor nach draußen führt war von einem Gemisch aus Schnee und gefrorenem Schlamm bedeckt. Gepflastert werden sollte er erst wenn der Frost aus dem Boden kam. Diese Unzulänglichkeit hatten Jene, die gestern begehbare Schneisen frei geschaufelt hatten wieder sichtbar gemacht. Johann stand, in einen schweren Mantel gehüllt mit einer Fackel in der Hand vor jenem Durchgang und Verabschiedete sich von den abreisenden Ordensbrüdern. Nachdem in dieser Nacht ein ganz besonders eisiger Wind um die Mauern des Gebäudes gepfiffen war, der in den Ritzen heulte und die Fensterläden klappern ließ, hatten auch niemand mehr Wiederworte geäußert bezüglich. Stattdessen wirkten die meisten geradezu Froh, in die umliegenden und für gewöhnlich geheizten Gästequartiere der Tempel und Kapelle Einzug halten zu dürfen.
Mittwintar war zwar schon vorbei und man könnte annehmen, dass es allmählich wärmer werden könne. Johann ging jedoch eher vom Gegenteil aus. Der Nachthimmel war gänzlich klar gewesen und hatte kosmische Kälte auf die Lande getrieben. Und nun, da die Sonne allmählich am Himmel stehen könnte, war der Himmel wieder von einer formlosen, dunkelgrauen Wolkenmasse überzogen aus vermutlich bald wieder Schnee niederfallen würde. Nein, nach wärmeren Zeiten sah es gewiss nicht aus.

"Und dass Ihr mir keine Schande macht!" rief er mit spöttisch Ton den Fortgehenden hinterher. "Möge Tra Eure Reise sicher und euer Ziel nah machen!"

Als er sich gerade aufmachen wollte in Richtung großer Tempelhalle um die Kerzen die vom Frühgebet noch brannten zu löschen, wurde dem Kämmerer plötzlich bewusst, wie allein er war, mit nur den paar verbleibenden Brüdern und Schwestern in dem großen, halbfertigen Kloster. Schaudernd hielt er inne und schloss, obgleich der Tag schon anbrach, das Tor wieder und legte den schweren Riegel vor. Die Melodie der Biswart pfeifend verließ er daraufhin den Innenhof.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Hellmar Discher am Mi 18 Jan 2017 - 13:56

Hellmar war schon eine ganze Weile gelaufen und begann sich gerade zu fragen, wie lange er wohl noch in der verdammten Kälte würde ausharren müssen.
Er schwor sich, bis zum nächsten Winter für dickere Kleidung gesorgt zu haben...... Sofern er bis dahin genug auf der hohen Kante hatte, gute Kleider waren schließlich teuer.

Das Wasser in seinem Lederschlauch enthielt mittlerweile Eiswürfel und er wagte es nicht davon zu trinken, denn das würde ihn nur umso schneller auskühlen.
Die Erleichterung war endlos, als er endlich das Kloster in der Ferne entdeckte..... zu seiner großen Enttäuschung wirkte es weniger Fertig als gedacht. Das Herz sank ihm in die Hose, konnte es sein dass er heute Nacht wieder würde frieren müssen? War das Kloster etwa mittlerweile aufgegeben worden? Hatte er sich verlaufen? Oder war dass hier alles eine Falle um arglose Handwerker in die Irre zu führen und auszurauben?
Je näher er kam, desto mehr wurde ihm gewahr, wie viel Arbeit hier noch zu verrichten war. Vorsichtig näherte er sich dem Tor, immer ausschau haltend nach irgendeinem Anzeichen von Leben.

Doch nichts wies darauf hin, das hier eine sterbliche Seele seinen Dienst verrichten würde.

Er trat ans große Tor heran, zögerte und klopfte mit seinem Wanderstecken dreimal hart an die Klosterpforte.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am Mi 18 Jan 2017 - 14:19

Es war nichts zu hören als das heulen des Windes und das Knarzen und Raschen blattloser Bäume aus dem, das Kloster umgebenen, Eichenwald.
Dumpf hat das Klopfen vom Massivem Tor wieder, doch rührte sich auf der anderen Seite nichts. Auch war hinter keinem der vom Tor aus einzusehenden Fenster, so sie nicht ohnehin vorsorglich verrammelt worden waren, Licht zu sehen.
Nur das Aufsteigen von Rauch aus zwei der Schonsteinen verhieß Leben im Inneren.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Hellmar Discher am Mi 18 Jan 2017 - 14:32

"Drecks-verrammelter-Dorwech!" fluchte Hellmar. Er stieß erneut gegen das schwere Tor. Blickte sich um, ob er eine Glocke am Tor fand, um auf sich aufmerksam zu machen.
Dann zog er eine, vor Kälte zitternde Hand unter dem Mantel hervor, formte einen Trichter vor seinem Mund und rief über das Tor hinweg: "Bi de Achte! Is da wehr tahüs?"

Er sah links und rechts neben das Tor und schätzte ab, ob er über die Mauer drüber klettern könnte, oder ob sie vielleicht an einigen Stellen noch nicht ganz fertig gestellt worden war.
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am Mi 18 Jan 2017 - 14:57

[Du stehst vor dem Klostergebäude... Da ist nix mit klettern.]

Die Worte wurden dem Handwerker vom eisigen Wind geradewegs in den Rachen zurück gedrückt.
Dennoch schien man in von drinnen gehört zu haben, denn nach kurzer weil wurde klappernd ein Fensterchen im ersten Stock des Gebäudes von seinen Läden befreit und eine blasse Gestalt in einer weiß-grünem Tracht steckte den Kopf in den frostigen Vormittag.

"Krom zum Gruße," rief sie mit heller Stimme, die sie als Frau zu erkennen gab, "wer ist denn da?!"
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Hellmar Discher am Mi 18 Jan 2017 - 16:55

[Dann solltest du man schleunigst für ein Bild vom Gebäude sorgen. Sonst kann ich mir das Ganze nicht so recht vorstellen Wink]

"Dusselige ohle Fru, moak den mistigen Dorwech up", ärgerte sich Hellmar, rief dann aber folgendes: "Mien Name is Hellmar Discher. Ick bin üt Bärenfels herkom um im Kloster tao Arbeihen."
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am Mi 18 Jan 2017 - 19:19


Grundriss

Rückwertige Ansicht des Klosters am Hang oberhalb der Doral.
[Beides inoffiziell und ungenau.]

"Und was macht Ihr hier? Alle Arbeiter sind über Winter abgereist," rief sie von oben herab.
"Aber wartet, ich komme herunter!"
Das Fensterchen wurde wieder verrammelt was, aufgrund der im Wind herumgeschlagenen Läden, anscheinend recht umständlich war.
Nach einiger Zeit gelang es ihr dann aber und Augenblicke später wurde ein weiteres Fensterchen geöffnet. Dieses mal eines im Tor selbst.
Näher herangekommen konnte Hellmar die junge Frau nun genauer in Augenschein nehmen. Sie hatte noch einige, die kalte Jahreszeit überdauerten Sommersprossen und einen auffälligen Rotschopf, der sich zuvor noch unter einer Kapuze verborgen hatte. Abgesehen von einer recht auffälligen Narbe zwischen Jochbein und Oberlippe war sie nicht unansehnlich, wenn auch ihr misstrauischer Blick nicht gerade schmückend war.
"Also noch mal. Was wollt ihr hier? Mitten im Winter..."
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Hellmar Discher am Mi 18 Jan 2017 - 22:07

"Ein Bote is noach Bärnfels kohm und het secht dat dat Kloster güde Discher socht. Der Abt, ick gleve sien Name was "Lechler" het ein Brief'e schriem. Und deshalb bin ick herkohm. Güde Fru, hier buttn is dat kohlt, bidde loat mick wenigstens rinn kohm damit wie doa wieher kern könn."

Hellmar hatte kein Gefühl mehr in seine Füßen und verlagerte sein Gewicht permanent von einer Seite zur anderen, um zumindest ein bisschen Wärme zurück in seine Glieder zu bringen.

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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Der Herold des Königs am Do 19 Jan 2017 - 0:43

Sie sah ihn überrascht an.
"So schnell?! Ich hätte nicht gedacht dass sich sobald jemand meldet. Wartet kurz, ich lasse Euch herein."
Das Fensterchen schloss sich wieder und geräuschvoll wurde ein Riegel im innerern Gelöst.
Einer der Flügel öffnete sich und Hellmar wurde von der jungen Frau ins innere Geführt.
"Mein Name ist übrigens Sjennwa. Bitte entschuldigt, dass unser Empfang so wenig einladend ist. Heute früh sind die allermeisten unserer Brüder und Schwestern abgereist um bei Klerikern in der Umgebung zu überwintern. Leider hat sich der gegenwärtige zustand des Klosters als noch nicht gänzlich witterungsfest herausgestellt. Und da dieser Tage auch jede Menge übler Genossen unterwegs sind, sind wir nun lieber etwas vorsichtig." Dabei tätschelte sie wie beiläufig den Kopf einer Axt, mehr Werkzeug als Waffe, die sie am Gürtel trug. Sjennwa führt den Handwerker durch einen Innenhof mit Brunnen in eine menschenleere Halle, in der mehrere große Tafeln mit Bankreihen aufgebaut waren. Außerdem bannte in einem ausladenden Kamin ein kleines Feuer.
"Ihr habt sicher Hunger. Es ist ja fast Mittagszeit," stellte sie fest als sie Hellmar Wanderstab und Gepäck abnahm. "Ich bringe Euch etwas. Einen Moment."
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Re: Der Orden des Ocklas - Eine Baustelle

Beitrag  Hellmar Discher am Fr 20 Jan 2017 - 19:47

Hellmar bedankte sich bei der Schwester und flüchtete sich, nachdem ihm seine Sachen abgenommen worden waren, in den Kamin, um seine steifgefrohrenen Glieder zu wärmen.

Nach kurzer Weil, kam auch Sjennwa mit etwas Eintopf, Brot und etwas Speck wieder. Hellmar fühlte sich etwas unwohl beim essen, denn die gute Schwester stand, während er aß, geduldig und lächelnd, neben ihm und wartete darauf dass er sein Mahl beendet hatte.

"Sech moal, Sjennwa,", fragte er sie, nachdem er satt war: "dü hest vorhin secht dat alle Hendwerker overn Winder noach Hüs'e gang sind. Wieso schickt schy alle Handwerker wech um dann wieher noach welche tao suchen? Und wieso Arbeihen diene Breher nich silms? Wenn alle dahope mit annpackn is die Arbeiht doch ruck zuck ferdich."

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